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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
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Pingsdorf.

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gen verpflichtet. So hatten sie in Köln beim Tode eines Erzbischofsdessen Leiche zu bewachen und zu Grabe zu tragen. Wegen des mitdiesem Dienste verbundenen Weinens und Wehklagens erhielten sie denNamen Iratrss tnAsntsZ (Trauerbrüder). Auch mußten sie an allenSonntagen und während der Fastenzeit täglich im Dome erscheinen,führten dort einen Stab (daher Stabpfründner, Staffprovenre genannt)und nahmen an dem Kirchengesange Theil. Wegen der derben Weiseihres Gesanges erhielten sie im Volksmunde den Namen Schreibrüder,welchen sie sich auch selbst urkundlich beilegten. Wie zu Köln, so hatteder h. Cunibert auch an andern Orten, wo es bischöfliche Tafelgütergab, Matricularien gestiftet, so zu Pingsdorf. Diejenigen Kirchen, anwelchen noch keine Priester fest angestellt waren, hatten sie zu bewachen.

Bezüglich Pingsdorf lautet die Bestimmung im Testament des h.Cunibert: „Os LIimsLäorp nnt Iratri VI inaläros siliglnis st X vaoäiosUVM6, I porsuin st ckiwickinin inoäinin satts 6t XXX cksrmrios aävsstss st VI oarraäas ItAiiornm" ^). Der Bruder erhielt demnach 6Malter Korn, 10 Scheffel Hafer, ein Schwein, Vs Scheffel Salz, 30Denare für Kleider und 6 Karren Holz.

In einem Weisthum aus dem 12. Jahrhundert, in welchem diealten Rechte der Ministerialen der kölnischen Kirche ausgenommen sind,wird unter den zwölf erzbischöflichen Höfen, über welche der kölnischeVogt Gewalt hatte den Villicus anzustellen und abzusetzen, ein Hof zuPingsdorf genannt fl.

Das Frauenkloster Schillings-Kapellen besaß fl von seinem StifterWilhelm Schilling in Pingsdorf eine Rente von 6 Malter Korn jährlichund 2fls Morgen Ackerland fl.

Zu den Besitzungen, die Erzbischof Friedrich II. von Köln durchUrkunde vom Jahre 1158 dem Nonnenkloster zu Königsdorf bestätigt,gehörten 6 Sumber Weizen, welche am Feste des h. Remigius in Pings-dorf geliefert werden mußten fl.

Badorf, im 13. Jahrhundert Bedorp, Behdorp genannt, soll derOrt sein fl, wo Erzbischof Konrad von Köln im Jahre 1242 vom GrafenWilhelm von Jülich gefangen genommen wurde. Letzterer stand in demKampfe zwischen Kaiser Friedrich II. und dem Papste Gregor IX. aufSeiten des Kaisers, während Erzbischof Konrad treu zum Papst hielt,Der Graf von Jülich fällt im Frühjahr des genannten Jahres in's

fl Lac., Archiv, II 63. — fl I. o. IV 350. — fl Gemäß Urkunde des ErzbischofsArnold I. von Köln vom Jahre 1197. — fl Lac., Urk, I 558. — 'fl Annalen des hist.Vereins, XXVI—XXVII 361. — fl Pcrtz, lieber eine rheinische Chronik des 13. Jahr-hunderts. vk. Jahrbücher des Vereins für Alterthllmcr in den Rheinlanden, XXIII 185.