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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
Entstehung
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Kendenich.

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Villa. Herr von Kempis ist im Besitze einer größern Anzahl in Kende-nich gefundener Münzen römischer Kaiser ft. Noch in den letzten Jahrenwnrden deren mehrere auf dem Kirchhof und in der Nähe des Ortesgefunden.

An Stelle der römischen Villa erhob sich im Mittelalter eine Burg,mit der eine kurkölnische Unterherrschaft verbunden war.

Unter den im 12. und 13. Jahrhundert vorkommenden Dienstleuten,„die als edele Mannen des Bischofs, als Getreue unseres Herrn undGestiftes von Köln" dem Kriegsbanner des Erzbischofs zu folgen ver-pflichtet waren, werden auch die Herren von Kendenich genannt ft. DieBezeichnung derselben als Domini — Herren deutet an, daß dieselbenein eigenes Territorium mit selbständiger Gerichtsbarkeit besaßen. Herrenvon Kendenich waren im 12. Jahrhundert die Birklin, ein angeseheneskölnisches Patriziergeschlecht ft.

Philipp, Vogt von Kendenich, kommt in einer Urkunde vom 24.März 1269 als Zeuge vor, worin über Gerechtsame zwischen demEdelherrn Conrad von Schleiden und der Abtei Steinfeld schiedsrichterlichentschieden wird ft. Derselbe Edelherr und Vogt Philipp von Kendenichund seine Gemahlin Jda verkaufen durch Urkunde vom 21. Novemberl278 dem Deutschordenshause 8fl? Oatlmrinao zu Köln ein Grundstückim Kendenicher Felde bei Hermülheim, haltend 40 Morgen, den Morgenzu 20 Schilling kölnischer Denaren und zwar mit der Bestimmung, daßdas genannte Grundstück frei bleiben solle von näher bezeichneten Ab-gaben und von der weltlichen Gerichtsbarkeit in Kendenich. Als Zeugenhaben die Urkunde unterschrieben Gottschalk und dessen Bruder Arnoldvon Kendenichs. — Eine gleichzeitige Urkunde erklärt die Veranlassungdieses Verkaufes. Ritter und Edelherr Philipp von Kendenich befandsich damals in Gefangenschaft und wollte wahrscheinlich die Geldsummezu seinem Loskaufe verwenden. Sein Sohn Heinrich nebst mehrernEdelherren geloben nun, daß sie, wenn Philipp in der Gefangenschaftsterben sollte, dafür einstehen wollen, daß dessen minderjährige Kinderzur Zeit auf jenes verkaufte Grundstück Verzicht leisten werden ft.

Der genannte Heinrich von Kendenich war nach Befestigung derBurg und Stadt Brühl durch Erzbischof Sifried 1285 erster Burggrafdaselbst ft. Er und seine Gemahlin Gertrud verkaufen 1305 denDeutschordensherren zu Köln 7fts bei Kalscheuren gelegene Morgen.Heinrich nennt Gerhard, den Edelvogt von Köln, seinen Schwagers.

fl Maaßen, in den Annalen d. hist. Vereins, XXXVI. XXXVII 101. — fl Ennen,Geschichte der Stadt Köln, I 439. — fl itM. I 450. — fl Lac., Urk., IV 671. —fl Lac., Nrk., II 717. — fl ibiä., Anmerknng 1. — fl 1. 0. III 214 u. 382. —fl v. Mcring, Geschichte der Burgen, I 94.