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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
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Gleuel.

vicariestelle *).

Die jetzige Vicariestelle war bis 1802 ein Beneficium oder Officium,wurde in Acten genannt: Znssiiania snb invosations 8^? Ornois inHturs L. U. V., weil die Stiftung auf den Muttergottes-Altar in derPfarrkirche gemacht war. In einem 1494 unter Erzbischof Hermannvon Hessen abgefaßten Protokolle heißt es: „Rsstorsni L-atsrnitutis^6. U. V. in Olsnsl babsrs in rsäitibns (der Rector der MarianischenBruderschaft zu Gleuel habe an Einkommen 16 Malter Korn, 21 Florinund eine Hofstatt). Viourins tsnstnr uä clisin Zubbatinnin is§srs sa-ornin, äsinäs äonriniois st tsstivis äisbns priinnin Laornin. In eineinVerzeichniß von 1600 wird gesagt: ssss in Oisusl bsnslioiuin L. Ll.V., llabsns äoinnin äotis onin 16'/s iurnalibns tsrrus urubilis st borto.

Im Jahre 1712 entspann sich ein Rechtsstreit wegen des Colla-tiousrechtes des Beneficiums- Wie aus den beim Erzbischöflichen Offi-cialat darüber geführten Verhandlungen zu ersehen ist, behauptete derjüngere Ferdinand von Köln, es sei an seine Familie zugleich mit demHause Gleuel auch als Annexum die Collatiou des Officiums verkauftworden; letzteres sei von seinen Antecessoren, den Besitzern der Burg,gestiftet; später jedoch behauptete er, es sei ein bsnsüsinin siurplsx miteinigen Messen, das von einigen Laien, Bewohnern von Gleuel, gestiftetsei. Der Pastor von Gleuel berichtete dagegen „es handele sich hier nichtum ein (Msiniu, sondern bsiislloiruii vol^o die Broderei ssn tratsr-nitas gnoä sivs sub invosutions L. U. V. sivs Lrneis nunsn-patnr^; es sei immer unter dem Patronat des Pastors und der Bruder-schaft gewesen. Am 12. Juli 1712 kam mit Bestätigung der erzbischöflichenBehörde ein Vergleich zwischen den Parteien zu Stande, wonach be-stimmt wurde, daß abwechselnd ein Mal der Besitzer der Burg, dann derPastor, und hierauf Pastor und Bruderschaft (sormuunitas sonkratsrni-tatis) präsentiren solle. Als 1726 die Burg durch Kauf an das Dom-kapitel überging, wurde auch das derselben annexe alternative Collations-recht mit übertragen. Durch die Gesetzgebung unter französischer Herr-schaft ging das Beneficium an die Kirchenfabrik über, das Patronatsrechthörte auf. Gegenwärtig besteht die Vicariestelle aus Haus, Stallung undGarten mit einer Gesammt-Gruudsläche von 14 Aren sowie 7 HectarenAckerland mit einem Jahres-Pachtertrage von 980 Mark. Hierauf lastetdie stiftungsmäßige Verpflichtung, an Sonn- und Festtagen in der Pfarr-Kirche die Frühmesse zu halten und für die Seelenruhe der Stifter zuappliciren.

h Nach den im Landesarchiv zu Düsseldorf darüber vorhandenen Acten.