8. Irechen.
/Der Pfarrort Frechen, neun Kilometer' westlich von Köln, an derKöln-Dürener Bezirksstraße gelegen, zählt incl. Nebenorte 750 Wohn-i Häuser mit 3880 katholischen, 43 reformirten und 145 israelitischenBewohnern. Dort befindet sich der Amtssitz der gleichnamigen Bürger-meisterei, sowie ein Postamt mit Telegraphenstation. Der den Ort durch-fließende Bach treibt oberhalb desselben eine Mühle. Die nahen Aus-läufer der Vill enthalten mächtige Lager von Braunkohle als Heizungs-material, darunter Thonschichten zur Fabrication von Töpfer- und Thon-> waaren, sowie Sandberge von weißem Streusand, zugleich ein gesuchter undi nothwendiger Artikel für Glasfabrication. Durch alles dieses, wie durchi Ackerwirthschaft finden viele Familien ihren Unterhalt im Orte. Circai 300 Männer suchen als Bauhandwerker ihren Verdienst auswärts. Diei zur Pfarre gehörigen großen Landgüter liegen meistens in einiger Ent-! fernung von Frechen, zu Benzelrath, Vorst, Marsdorf und Hücheln,s Frechen, 941 Vreggana, 1263 Vrechgene, Vrecgene, Vrechene fl, waribereits zur Zeit der Römerherrschaft am Rheine bewohnt, wie manche, Funde aus jener Zeit beweisen. Zu Anfang des Frühjahrs 1856 wurdei in der Kohlengrube Herbertzkaule eine alte Holzconstruction, das Grund-,werk eines Fachwerkgebäudes, aufgedeckt, nach der Erklärung von Alter--thmnsforschern unzweifelhaft römischen Ursprungs, was durch diezwischensund über den Holzconstructionen gefundenen Münzen außer Zweifel ge-stellt ist fl.
s 1875 fand man in der Nähe von Frechen, wo ehemals die BurgsHochsteden gestanden, beim Ausgraben eines Ziegelfeldes einen bleiernenrömischen Sarg mit Ueberresten von menschlichen Gebeinen. In demselbenZagen einige gläserne Thränenfläschchen und wohlerhaltene Vasen, dann-eine Büchse, worin zwei lanzettartige Instrumente sich befanden.
fl Lac., Urk., I 93,.IV 537, 550, 554. — fl Jahrbücher des Vereins von Alter-ihumsfrcunden im Rheinlands, XLV 205.