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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
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Fischenich.

Die Viirg.

Bon einer mittelalterlichen Barg in Fischenich stehen noch jetzt be-deutende Ueberreste, die andeuten, daß sich einstens über denselben eingroßartiges Gebäude erhoben hat. Der von tiefen Gräben umgebeneUnterbau, welcher in einer Höhe von 20 Fuß sich erhalten hat, bildeteinen ovalen Rundbau, der nach Osten mit einer geraden Fayade-Mauer abschließt, nach Westen von vier in regelmäßiger Distanz ange-bauten Thürmen flankirt wird. Außer den letztem besteht die ganzeRuine aus 7—8 Fuß dickem Gußmauerwerk. Dasselbe charakterisirt sichdurch die daran heftenden Sinterbildungen als Material, welches ausdem am Vorgebirge vorbeigeleiteten römischen Canal sehr regelmäßig aus-gebrochen und hier geschickt verwendet worden ist. Wann die alte Burgerbaut ist, läßt sich nicht Nachweisen. Ihre Zerstörung fällt ganz an dasEnde des 16. Jahrhunderts. Dieselbe war seit Anfang des 14. Jahr-hunderts Lehngut des Erzbischofs von Köln und berechtigte zum kur-kölnischen Landtag ^). Dazu gehörte der Burghof mit einem freien Grund-besitz von 250 Morgen Land. Zudem aber besaßen die Ritter oderJunker von Fischenich nachweislich schon im 13. Jahrhundert mehrereLehngüter vom Stift St. Maria im Capitol, für welche drei Geschworenegestellt und jährlich 17 Schillinge und 1^2 Malter Korn auf denFrohnhof geliefert werden mußten^).

Als Besitzer der Burg zu Fischenich finden wir im Mittelalter eingleichnamiges, angesehenes Geschlecht, welches eine hervorragende Rolle inder rheinischen Geschichte gespielt hat. In Urkunden aus dem 12. und13. Jahrhundert kommen die Ritter von Vischenich als Ministerialenund edele Mannen der Erzbischöfe, „als Getreue unseres Herrn undGestiftes von Köln" vor. Das Wappen des Geschlechtes war einschwarzer Balken in silbernem Felde und ein darüber rechtsschwimmenderFisch. In einer Urkunde des Erzbischofs Philipp von Köln vom Jahre1189 wird als Zeuge genannt Otto de Viskenich und sein Sohn Almarus ^).Wahrscheinlich war Otto's Vater der in einer Urkunde vom Jahre 1166genannte Conradus de Vyskenich, mit dem zugleich feine Söhne Ottound Antonius erwähnt werden Z. — 1233 wird unter den Schwesterndes Klosters St. Maria in Capitolio Jda von Vischenich aufgezählt ^).— 1263 den 16. Sept. beschwört Winrich von Vischenich nebst seinem

h Historisch-geographische Beschreibung des Erzstifts Köln, 204. — Lehn- undMannbuch des Stifts St. Maria im Capitol.

°) Lac., Urk., IV 639. — 0 Lac., Urk., I 4t8. — °) Annalen des hist. Vereins,XXXVIII 13.