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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
Entstehung
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7. Iischenich.

Das Kirchdorf Fischenich mit 293 Wohnhäusern und 1537 katho-lischen, zwei evangelischen und drei jüdischen Einwohnern liegt in terrassen-förmigen Abstufungen an dem nach der Rheinebene hin etwas vorge-schobenen Gelände des Vorgebirges, zwei Kilometer von Brühl, siebenKilometer von Köln entfernt. In der Ebene führt die alte Bonnstraßenahe am Dorfe vorüber und kreuzt bei Hermülheim die Köln-Luxemburger-,auswärts bei Brühl die Köln-Trierer Heerstraße. Fischenich bildet mitdem zur Pfarrei Vochem gehörigen Hofgut Weiler eine Specialgemeindeder Bürgermeisterei Hürth, während zum Pfarr-Verbande noch der 2^/sKilometer entfernte Konraderhof in der Bürgermeisterei Rondorf nebsteinigen zerstreuten Häusern gehört. Die Gesammtseelenzahl der Pfarrebeträgt 1597. Die Bewohner treiben als Haupterwerbsquelle Gemüse-bau und Ackerschaft. Die nächste Eisenbahn-Station ist Kalscheuren, zweiKilometer vom Orte entfernt; nächste Postanstalt Hermülheim.

Gelenius nennt den Ort Pescenniacum. Man leitet vielfach diesenNamen her von xisoinia, Weiher, Fischteich, und bringt ihn in Ver-bindung mit den in der Nähe, zwischen Fischenich und Weiler, in einergroßen Mulde angelegten Fischteichen, deren Ursprung man in die Zeitder Römerherrschaft zurückversetzt. Indessen läßt sich nicht die geringsteSpur entdecken, wodurch die letztere Annahme begründet werden könnte.Es liegt vielmehr die Vermuthung sehr nahe, daß die genannten Fisch-teiche ihre Entstehung den Carthäuser-Mönchen verdanken, welche dieselbennebst dem daranschießenden Weilerhof mehrere Jahrhunderte hindurchbesessen haben. In neuester Zeit ist die wohlbegründete Behauptung auf-gestellt worden, es habe zur Zeit der Römer in der Nähe des Orteseine xisoirm lirrmria (Sammelteich) des vorbeifließenden römischen Aquä-ductes gelegen 2), daher der Name. Am wahrscheinlichsten aber ist, daßderselbe von einem Römer Pescennius abzuleiten ist, der hier seinen Sitz

*) Oslsnins, üs näinii'-mäo, 256. — 2) Maaßen in den Annalen des hist. Vereins,XIÜ 174.