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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
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Berzdorf.

Missals im Psarrarchiv von St. Severin wird von: Stephanus- undBarbara-Altar daselbst erwähnt, daß dieselben dotirt seien mit den„Lowensteyn-Gütern" zu Berzdorf. Die Schenkungs-Urkunde dieser Güterwar 1350 am 7. September von Heinrich von Lowensteyn und seinerGattin Aleydis ausgestellt worden ^).

Berzdorf bildete in der Folgezeit eine deni St. Gereonsstift zu Kölnzuständige Herrschaft im kurkölnischen Amte Brühl.

Gemäß der kurkölnischen Landes-Description von 1669 betrug in derHerrschaft die geistliche Länderei 648^2 Morgen, die gräfliche und adelige123 Morgen, die Hausmanns- oder Bauern-Länderei 207 Morgen, dieadeligen Sitzen gehörende 335 Morgen. Nach derselben Quelle warendaselbst: 24 Bauernhäuser mit Grund- und Gartenfläche 30^4 Mor-gen, Ackerland 207 Morgen, Benden 7^/s Morgen, Weingarten 7^/gMorgen.

Bis zur SäOllarisation 1802 bestanden folgende geistliche Güter:

1. Der Officialshof mit 160 Morgen, dem Official beim geist-lichen Gericht zu Köln gehörig, 1802 verkauft für 30 000 Frcs. Zu-folge Beschlusses der Stände vom 20. August 1683' wurde er unter dieRittergüter ausgenommen. Damals besaß ihn der Official de Quentel,daher auch Quentelhof genannt. Von 1690—1693 bezog dessen Re-venüen der Domdechant und Bischof von Straßburg, Cardinal von Fürsten-berg 2), später von Herresdorf, Dechant an St. Severin"). Der Hofist jetzt Eigenthum der Gymnasial-Stiftungsfonds in Köln.

2. Der Goedorferhof mit 205 Morgen Ackerland, dem StiftSchwarzrheindorf gehörig, wurde 1802 verkauft an Boismard für 45 000Frcs. Von diesem kam er an den jetzigen Besitzer von Steffens. DerHof ist in neuerer Zeit durch stattliche herrschaftliche Wohngebäude mitParkanlagen vergrößert worden.

3. Der Helmeshof mit 317 Morgen köln. Ackerland, seit alterZeit dem Kloster Marienbrunn bei Burbach gehörig, wurde 1802 ver-kauft für 48000 Frcs. und ist jetzt im Besitze der Erben des BaurathsBiercher in Köln. Derselbe war ehemals dem Kurfürsten dienstpflichtigmit 52 auf der Kellnerei zu Brühl zu leistenden Fahrten. Nach demalten Berzdorfer Weisthum mußte in der Mitte des Halfenshauses eineSäule stehen, „damit, wenn unser gnädiger Herr dorthin kommt, mansein Pferd an die Säul binden mag; und das Haus soll von binnen sogeräumig sein und so hoch und weit, daß das Roß um die Säul mögegehen und sich niederlegen und wentzelen und wieder aufstehen sonder

') Annalen d. hist. Vereins, XXI—XXII 43. — 0 Ennen, Geschichte des K»r-staates Köln, 516. — ch Alster, historisch-geographisches Lexicon.