II. Die Pfarreien.
1. Wachem.
Das Pfarrdorf Bachem, zur Bürgermeisterei Frechen gehörig, liegtam Saume des Villenwaldes, lang gestreckt zu beiden Seiten des inletzterm entspringenden Baches, welcher, vereinigt mit dem von Frechenherkommenden, in den Weihern der Kitschburg vor Köln versumpft.
Bachem zählt 924 katholische und 2 «katholische Bewohner, die theilsvon Ackerschaft, theils von Tagelöhner-Arbeiten leben. Der größte Theildes Grundbesitzes gehört zum Schlosse oder der Burg. Eine Braun-kohlengrnbe ist in lebhaftem Betrieb. Durch Communalweg steht dasDorf mit dem 1^/s Kilometer entfernten Frechen und der durch letztemOrt führenden Köln-Dürener Landstraße in Verbindung. Von Köln istes acht Kilometer entfernt. Die nächste Eisenbahnstation ist Königsdorf,die nächste Post-Agentur Frechen.
Bachem, ehemals Bacheim, hat seinen Namen offenbar von demdurch das Dorf fließenden Bache. Die Endung „heim" deutet auf dieEntstehung in fränkischer Zeit hin. Zwei Urkunden aus den Jahren866 und 867 enthalten interessante Mittheilungen über damalige Ver-hältnisse von Bachem. Die elftere ist die Verleihungs-Urkunde des AbtesAnsbaldus von Prüm zu Gunsten einer gewissen Hiedildis, auch Gerildisgenannt; die andere die auf Veranlassung des kölnischen ErzbischofsGunthar ausgestellte Bestätigungs-Urkunde des Kaisers Lothar II. Ausjener ersehen wir, daß damals Hiedildis, eine vornehme Frau (Ulrwtrmkowina), ihre Güter im Köln-, Zülpich-, Bonn- und Mühlgau an dasKloster Prüm durch die Grafen Jrimfridus und Siziliens in feierlicherWeise hatte übergeben lassen, jedoch dieselben auf ihre Bitte als Precarieoder Beneficium zum lebenslänglichen Nießbrauch zurückerhielt. Zuihren reichen Besitzungen im Dorfe Bacheim gehörten außer der zuEhren der h. Maria gegründeten Kirche nebst Zubehörungen ein Herren-
') Härtens, Lollsctio I, 177 st I, 185. cartulario krnmisnsi.—
Bcyer, Urkundenbuch I, 105 u. 106.