Druckschrift 
2 (1876) Enthaltend Capitel IV, V und VI
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

CAP1TEL V.

Der Priester Johannes als früherer Lehnsherr des Mongolen

Dsdiingiskhan.

Mit der Geschichte vom Aufkommen der Mongolen oder Tarlaren,die man fortan gemeinhin zusammenwarf, war die Sage vom PriesterJohannes und seinem Geschlechle nunmehr verknüpft, und in dieserVerbindung ward sie zunächst festgehalten. Freilich, die Mongolenselbst für Christen zu erklären, war nicht länger möglich. Aber sofest sass der alte Irrlhum, dass man nicht zu einem völligen Auf-geben desselben gelangen konnte, sondein die frühere Auffassung nuruminterpretirte. Die Mongolen, so fasste man es nun, waren nichtwirklich Christen, ihr Herr nicht wirklich der christliche PriesterJohannes, sie hatten sich nur fälschlich dafür ausgegeben: der vonihnen niedergeworfene Lehnsherr (der.re® Pcrsannn der Relalio)war der eigentliche Priester Johannes gewesen; nachdem sie diesenüberwunden, hatte der Sieger seinen Namen angenommen. Der Prie-ster Johannes galt hier wieder, wie bereits seit Decennien, als typi-scher Name. Es war diese Wendung ein psychologisch sehr naheliegendes Correctiv der bisherigen Auffassung.

1. Albericus Trium fontium.

1232 1252 .

Wir begegnen dieser neuen Auffassung sofort, sowie der Nameder Mongolen dem Abendlande wieder furchtbar zu werden anlinu,seit ihrem Vordringen im südlichen Russland im Jahre 1237. DerErste, der uns jetzt von ihnen berichtet, ist der AugustinermönchAlberich, der in den Jahren 12321252 seine Chronik zusammen-