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46. Ulrich rügt Mängel d. U. 13. Apr. 1546.
werden aber wir hingegen glouplieh bericht, das Ir in dem allemetwas onfleissig sein sollen vnd Euch dergestalt gegen ain andersetzen vnd beweisen thuen, das daraus der begert aufgang nitallain verhindert, sonder ouch mit der zeit Zerrüttung vnd vnder-gang der Vniuersitet völgen mecht.
Vnd erstlich souil vnser wäre christenliche Religion, diePredig ouch die gantzen Theology betrifft, da befinden wir, dasetlich vnder Euch vnser waren christenlichen Religion nit zumbessteu geneigt, ouch die Predigen onordenlich vnd wenigbesuchen vnd in selbigen also halten , das nit allain die jungenStudenten bey Euch sich darob^. ergern, ain böß Exempel nemen,sonder auch also ainen öffentlichen Anstoß armen vnd reichenjungen vnd alten bringen. Zu dem das in der Theology nitmit fleiß gelesen, ouch gar wenig gedisputiert wurdet, haben Ir-in so langerzeit noch nach khainem rechtschaffenen Theologogetrachtet, der doch kiindte, vorab zu diser zeit, die Theologienby Euch wider in vffgang pringen helfen.
Am andern souil Euch J u r i ste n belangt, da verneinenwir, das etlich auß Euch ouch beschwert haben vnser Hofge-richt, welches dan nit das geringst klainet in vnserm Ftirsten-thunib ist, zu besitzen vnd also vnser Landschaft nutz zesein,auß vrsachen denselbigen wissend. Wann aber Hofgericht zuRottenburg gehalten oder sust handlungen ausserhalb zuuerrichtensein, da ist man geflissen, da waist man die Sachen mit allemfleiß zufürdern. Zudem das Ir in sollichen Ewer Lectionen ver-somen vnd khain Neglecta wie von alter geben sollen, mit wel-chem dann der Vniuersitet nit geringer abbruch beschicht.
Zum dritten So seyen wir durch die Doctores Medi-cine bei Euch kurtzuerwilter zeit in einem schreiben gnugsambericht worden, das vnser Apotheker zu Stutgarten, CiriacusHorn, ain Bain gefäß aiues menschlichen Cörpers haben soll,welches also geschaffen, das es den Jungen, so in der Artzneybei Euch studieren, vast nützlich vnd dienstlich sein mecht, der-gestalt das sie darauß im Ougenschein erlernen inechten, wie diegebain in Menschen geartet vnd ains vf das ander sazet odergericht ist '. Darumb ouch vil junge Artzet vor der zeit von
1 Die Mediciner hatten am 2. Jan. 1546 den Herzog gebeten, dass er