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Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550
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202 40. Artikel vom 11. April 1537.

lesens liit oberstande, damit vil ander leut, so on das ain grossvffsehen auf die schul haben, ires onnutzen feyrens von den ge-lerten, wie daun bisher oft geschehen, nit ursach nemen.

9. Alsdann durch Philippum Melanchthonem wie erhie gewesen, für gut angesehen, das die zal der magistrorumin der Burs leerend etwas gemindert würde, sonderlich dieweiletlicli vnder denselbigen gantz vnnutz vnd zu leeren zu diser zeitnit tougenlich, darzu dem gotzwort widerwertig wem, so nun inder Ordination auch hieoben ain Artikel begriffen, wie der Re-ligion halb die professores vnd sonderlich die magister gestaltvnd geartet sein sollen, das demnach solche die der Religion nitgemess abgeschafft werden, damit auch etwas cöst erspartvnd vf geschickt cristliche magistros irer leetion vnd salaria ge-wandt wurden, ungeuerlich lut der verzaichnus, so Philippushinder im verlassen.

10. Verner ist bedacht, als Sinapius 1 teglich ankomeusoll, vnd dann die ordination vermag, das zwen oder drey Me-dici erhalten werden sollen, das darnach Doctor MichaelRücker 2 als ain iunger angeender vnd der sich der pratickhsonderlich vnderstanden, dardurch mit der zeit in ainen grossenRuf körnen vnd der Vniuersitet ein gut lob pringen mag, beyseiner leetion werde gelassen vnd aber Sinapius als der drittMedicus verordnet.

11. Dieweil auch befunden, das durch ain vermahlte vndnit endlich beschlossne additio n der besoldungen der Vni-

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1 Johannes Sinapius, der sieh als Arzt in Italien hei einer Her-zogin von Ferrara aufhielt, war von Ulrich berufen und auf seinen Befehlvom Senat mit einem Gehalt von 200 fl. angestellt (26. Jun. 1537, A Sen.)ist aber nie gekommen. Grynseus schreibt an Blarer: si Sinapius non ve-nerit, quod sperare non possum , scio neminem rebus modisque omnibusidoneum, linguarum et medicinae singulariter eruditum, qui mihi spem dese amplissimam pollicetur. Epp. mss. S. Gail. XII. 126. Briefe des S. anBlarer u. aa. ebd. 53. 54. 152. Der Grund seines Ausbleibens war, wie auseinem Brief des S. an den Senat d. d. ex aula Ferrarias X cal. Apr. 1541hervorgeht, dass er vergebens auf eine Fürschrift des Herzogs bei seinerHerrin, damit sie ihn ziehen lasse, wartete. Ulrich war also inzwischenanderen Sinnes geworden. Später wurde S. Arzt des Bischofs MelchiorZobel in Wiirzburg und seines Nachfolgers, starb auch dort 1561.

2 s, S. 166.

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