Druckschrift 
Funfzig Fabeln für Kinder : nebst e. erntshaften Anh.
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

Du lieber Gott, du bist so gut,Dein Auge nimmer schläft noch ruht,Auf all' die Deinen gicbst du AchtSo still und treulich Tag und Nacht.Willst du auch auf mich Wohl sehen,Daß mir kann kein Leid geschehen?

Du liebes Schwesterlein,

Wir wollen immer recht artig sein:Haben dann Vater und Mutter beideAil uns Kindern ihre Freude.

Siehr's auch droben im Himmel fernGott der Vater und hat es gern;Spricht: so mag ich die Kinder sehen;Denen soll nie ein Leid geschehen;

Und alle die Engclein um ihn her,

Die hören es auch und freu'n sich sehr.

Für die kranke Mutier.

Du lieber Gott, du kannst alles thun:

So hör' auch des Kindes Rufen nun.

Meine gute Mutter liegt krank zu Bette,

Was sollt' ich wohl thun, wenn ich sie nicht hätte?O sieh von deinem Himmel nieder,

Und gieb mir meine Mutter wieder!

Das kranke Kind.

Der Kopf thut mir weh, ich bin so krank,Muß nehmen den braunen, bittern Trank;

Die Mutter sieht so betrübt mich an,

Daß ich immer nicht aus dem Bett kann.

Herr Gott im Himmel, ich bin ja dein,

O laß mich bald wieder besser sein!