Zehntes Kapitel.
Der letzte Schimmer der spanischen Juden.
Rückschritt der spanischen Juden. Die letzten Talmudisten in Spanien; dieVertreter der Wissenschaft. Die Kabbala und ihre Uebergriffc. Das BuchKana und Pelia. Die Kabbala im Dienste des Christcnthums. PolitischeLage in den letzten Jahrzehnten. Jüdische Bevölkerung Castilicns. AbrahamBcnveniste und der wachsende Einfluß der Juden in Spanien. Ihr er-bitterter Feind Alfonso de Spina veranlaßt Verfolgungen. Die Märtyrervon Scpulvcda. Erbitterung der Bevölkerung gegen die Marrancn, Pedrode Herrera und sein Plan schlägt zu Ungunsten der Marrancn aus.
( 1456 — 1474 .)
Wie herabgekommen waren die Juden der pyrenäischen Halb-insel, sie, ehemals die leuchtenden Vorbilder der Gesammtjudenheit,daß sie in der Auslegung des Talmud, welcher damals der Grad-messer des Geistes war, nicht einmal mit den Deutschen wetteifernkonnten! Freilich hatten sie ihre Verkommenheit nicht selbst ver-schuldet. Die Diener der Kirche hatten die guten jüdischen Köpfeteils abgeschlagen, teils zum Christenthum herübergezogen. Nach demAussterben des Geschlechtes, welches einen Riesenkampf mit denApostaten Paulus de Burgos und Geronimo de Santa Fs zu bestehenhatte, kam kein kräftiger Nachwuchs zu. Auf talmudischem Gebietewaren die Leistungen der spanischen und portugiesischen Nabbinengleich nichts. Der fromme Eifer, den Abraham Benveniste, seinSohn Joseph und seine Enkel Don Vidal und Don AbrahamIIHmit ihrem großen Vermögen bethätigten, die Lehrstätten wieder auf-zurichten und Meister wie Jünger zu unterstützen, konnte den Verfallnicht aufhaltcn. Die klägliche Lage durch Demüthigung und Verarmungraubte die Muße und trübte die Freudigkeit an geistesanstrengendenStudien. Der Rabbiner Isaak Campanton, der länger als einJahrhundert lebte, (geb. 1360 , gest. 1463 2), der alle Gräuelthaten
r) S. Note 4.
2) Iroanuel ^.boab bemerkt von ihm diomolvAia II, 2, e. 25: ^ esteseöor (Osmpaiitou) elawavaii eowrivamsuts ei (ftaou äeLastilla, vivia103 armos basta gus en sl 1463 passe ä goaar la viäa stsrua. Dasselbe