Druckschrift 
1 (1838) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie im Allgemeinen und zur Logik
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

bcc natürlichen Sbcologie imb bet- SDioral. 93

an ftch nothwcnbigcn Svoecfc untergeorbnet »erben. Sch foll $. 6.bie gefammtc SSoUfommenhcit beförbern, ober ich foIX bem SBillen®ottc§ gemaf? l;anbcln; welchem auch üon tiefen beiben ©dfccn bieganje praftifd;c SBeltweiSheit untergeorbnet würbe, fo muff biefer(gaß, trenn er eine Siegel unb ©runb ber 33erbinblid)feit fein foll,bie ipanblung als unmittelbar nofl&wenbig, unb nidt>t unter ber Be=bingung eines gewiffen SwecfS gebieten. Unb l)ier ftnben wir, bajjeine folcfye unmittelbare oberfie Siegel aller S3erbinblicf)feit fcl;lecl)ter=bingS unerweiSlich fein muffe. £>cnn eS ift auS feiner Betrachtungeines SingeS ober Begriffes, welches auch fei/ möglich ju erfennettunb ju fchliejjen, was man folle, wenn baSjenige, was oorauSgctfe^t ift, nicht ein 3t»ecf, unb bie ^tanblung ein SOiittel ijt. ©iefcSaber muh c§ nicht fem, wc il eS alSbenn feine gormel ber SSerbinbslid)feit, fonbern ber problematifchen @efd)icflid)feit fein würbe.

Unb nun fann ich mit SBenigcm angeigen, baff, nachbem id;über tiefen ©egenfianb lange nad)gebacht habe, ich überzeugt worbenbin, bap kB Siegel: tl)ue baS Bollfommenfte, waS burch bief)möglich ift, ber erfte formale ©runb aller SSerbinblichfeit juhatabein fei, fo wie ber ©ah: unterlaffe baS, woburch bie, burchbid) gröhtmögliche SSollfommenheit oerhinbert »ttb, eS inilnfehungber Pflicht ju unterlaffen ift. Unb gleichwie auS ben erfienformalen ©runbfdhen unferer Urteile bom SBahren nichts flicht,wo nicht materiale erfte ©rünbe gegeben finb, fo flieht allein auSbiefen jtx>ci Siegeln beS ©uten feine befonbcrS beftimmte Berbinb;lichfeit, wo nidht unerweiSlichc materiale ©runbfdhe ber praftifchen©rfenntnih bamit oerbunben finb.

9Jian hat eS nämlich in unferen Sagen allererfl eingufehen an«gefangen, bah Vermögen, ba§ SS5ahrc üorguftellen, bie ©r=fenntnih, baSjenige aber, baS ©ute gu empftnben, baS ©efühl|ei, unb bah beibe ja nicht mit einanber müffen berwechfelt werben.®leid)wic eS nun ungcrglieberliche Begriffe beS SBahren b. i. beSjcnigen,waS in ben ©egenftdnben ber ©rfenntnif für jftch betrachtet, angetroffenrcidi gibt, alfo gibt eS auch ein unauflöSlidjeS ©efühl beS ©uten,(biefeS wirb niemals in einem £>inge fd)lecf)thm/ fonbern immer