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Hätte Maltravcrs die ihn verzehrende Leidenschaftbekannt, so hätte sic wahrscheinlich auch in EvelincnsSeele eine entsprechende entzündet. Aber seine häufigeAbwesenheit, sein absichtlich fremdes und sich fernhalten-des Benehmen hatten vielmehr die Gefühle zurückgc-drängt, die in einem jugendlichen und jungfräulichen Her-zen selten mit großer Stärke sich kund geben, bis sicanfgcmuntcrt und geweckt werden. Das Bcdiirfniß zulieben ist bei Mädchen vielleicht an und für sich schonmäch-tig; aber cs wird genährt durch ein anderes: dasBcdiirfniß geliebt zu werden! Wenn daher auch Eve-line im jetzigen Augenblick Maltravers liebte, so wardoch die Liebe gewiß noch nicht bis ins Herz des Lebensgedrungen; der Baum hatte seine Wurzeln noch nichtso tief und weit verbreitet, daß er nicht noch hätteeine Versetzung aushalten können. Sic hatte genugvon dem Stolz ihres Geschlechts in sich, um znriickzu-schcucn vor dem Gedanken, einem Mann ihre Liebezu schenken, der sie nicht um diesen Schatz gebeten.Fähig einer hingehenderen und daher, wenn auch min-der heftigen, doch schönern und dauernderen Anhäng-lichkeit und Neigung, als diejenige, welche die kurzeTragödie von Florcncc Lascclles beseelt hatte, hättesie nicht die unbekannte Briefschrcibcrin scyn, oder dieSeele offenbaren können, während die Züge noch eineMaske trugen.
Auch muß zugegeben werden, daß Evclinc inmanchen Beziehungen zu jung und z:-: unerfahren war,um das, was an Maltravcrs das am meisten LicbcnS-