Druckschrift 
6 (1838)
Entstehung
Seite
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kurzer Zeit sehr übel auf; hatte, so höre ich, einenBlutandrang gegen den Kopf gehabt. Gewiß, wennder Diener unschuldig ist, können wir sonst Niemandim Verdacht haben. Sic hätten besser gcthan, nacherfahrener» Praktikern zu schicken."

De Montaigne, der bisher nichts gesagt, sah sichjetzt mit einem hastigen Blick im Zimmer um; er be-merkte die Vcrschlagsthüre, welche nur zugclehnt warund stürzte, von einem unwillkürlichen Drang gezogen,darauf los. Das Gemach war groß, aber ein ziem-licher Haufen Holz und einiges Gerümpel von altenStühlen und Tischen nahm den meisten Raum ein.De Montaigne suchte hinter und unter diesen Sachenmit zitternder Hast keine Spur von geheimem Mordwurde sichtbar. Er kehrte mit dem Ausdruck der Zu-friedenheit und des Trostes im Gesicht in das Schlaf-zimmer zurück. Er zwaug sich jetzt, dem Leichnamnäher zu treten, von welchem er bisher sich entferntgehalten.

Sir," sagte er beinahe rauh, indem er sich anden Wundarzt wandte,was sind das für nichtigeVcrmuthungen! Können die Leute nicht in ihren Bettensterben eines plötzlichen Todes so daß kein Blutihre Kissen befleckt daß kein Schlupfwinkel für Ver-brecher vorhanden ist, ohne daß die Wissenschaft selbstuns mit einfältigen Schrcckbildcrn ängstet? Was denDiener betrifft, so bürge ich für seine Unschuld seinBenehmen seine Stimme zeugen dafür!" Der Wund-arzt zog sich beschämt und gedcmüthigt zurück und