2012 '
Hoffnung, Freude, Liebe und Glück. Könnte es möglichsehn, daß bei der weichen aber sonnigen Einbildungskraft,welche das jungfräuliche Herz umspielt, obschon sie keineWärme in seine Tiefen sendet — könnte es möglich sepn,daß Ihr mich mit einem zarteren Gedanken beehrtet, so ist ersicherlich bald wieder entschwunden, und Ihr werdet derStolz und die Wonne eines Mannes von Euren Jahrenwerden, in dessen Zukunft keine erkältende Gespenster spuken— eines Mannes, der zu diesem lieblichen Antlitz aufschauenkann, ohne daß er sich abwenden und vor sich hinmurmelnmuß — 'zu schön, zu schön für mich!'"
„O des bitteren Weh's!" rief Biolants mit plötzlicherLeidenschaft. „Hört jetzt mich an. Wenn Eurs Zusage sicherfüllt und ich erlöst bin von dem schrecklichen Gedanken,daß ein Mensch, vor dessen Berührung sogar ich znrück-schandere, Ansprüche erheben könne an meine Hand, so istmeine Wahl unwiderruflich getroffen. Die Altäre, die mei-ner harren, werden keiner menschlichen Liebe geweiht sehn.Aber ach, ich beschwöre Euch — bei allen ErinnerungenEures wenn auch kummervollen, so doch bisher unbeflecktenLebens — bei der edlen Theilnahme, deren Ihr ein Wesenversichert, das Ihr zweimal aus Gefahren rettetet, gegenwelche der Tod Barmherzigkeit gewesen wäre — laßt, ohlaßt mir das Recht, Euer Bilv zu verehren, wie ich von denersten Tagen meiner Kindheit an gethan habe. Zerstörtnicht dieses heilige Liecht. Gestattet nicht, daß eine Hand-lung der Gemeinheit — oh, daß ich ein solches Wort aus-sprechen muß! — der Gemeinheit und Grausamkeit, die