1881
wußte der junge Redner, ohne daß es den Anschein gewann,als lasse er seinen Onkel fallen, in Dicks Namen mit sofeiner Anmnth und richtigem Gefühl eine Entschuldigungeinzuflechten, daß beide Parteien ihm ein lautes Bravo zu- "riefen und selbst Mr, Avenel es nicht wagte, die Unzufrieden-heit, welche ans seinen Lippen schwebte, laut werden zu lassen.
Aber wenn auch Leonard mit solcher Achtung gegen Mr.Egerton verfuhr, so hatte er doch keinen Grund, mit Ran-dal Leslie schonend umzugehen. Mit der inneren Anschau-ung der Geister, welche daran gewöhnt sind, Charaktere zuzergliedern nnd die menschliche Natur zu erforschen, entdeckteer schnell die übertünchte Unredlichkeit in Randals kunstreichgedrechselter Ansprache, Sein Gesicht glühte, seine Stimmehob sich, seine Phantasie gewann freien Schwung nnd seinWitz begann zu funkeln, als er daran kam, die rhetorischeMosaik seines jüngeren Gegners in ihre einzelnen Bestand-theile zu zerlegen. Er stellte die Falschheit seiner erkün-stelten Mäßigung bloß, riß de» Schleier der Worte mitseinem Schillcrgewebe von Gelb nnd Blau in Stücke undzeigte, daß auch nicht eine einzige feste Ueberzeugnng da-hinter verborgen sep, „Mr, Leslie's Rede," sagte er, „er-scheint mir wie ein Fährboot, das zu keinem anderen Zweckgemacht ist, als um von der einen Seite nach der anderenhinüber zu gehen." Das Gleichnlß war so treffend, daß esmit einem schallenden Gelächter ausgenommen wurde undauch Egerton sich eines Lächelns nicht erwehren konnte,„Was mich betrifft»" schloß Leonard, die Ergebnisse seinerschonungslosen Zergliederung znsammenfassend, „so bin ich