haben hier ein Wesen, das sogar ohne Rang oder Vermögenwürdig wäre, Leonora's Bild zu ersetzen und Harley's Gat-tin zu werden — was bei Leonora nicht der Fall war;denn ich bin überzeugt, daß Violante ihn liebt."
Mittlerweile hatte Harley bei Riccabocca und Violantegestanden und, da nur von gleichgültigen Dingen die Redewar, von dem Ersteren nur kurze, von der Letzteren gar keineAntwort erhalten. Da zog mit einemmal der Weise ihn einwenig bei Seite und flüsterte ihm zu:
„Sie hat eingewilligt, meiner Ehre das Opfer zu brin-gen. Aber, Harley, es würde mir daS Herz brechen, wennsie unglücklich seyn sollte. Entweder müßt Ihr einen zu-reichenden Beweis von Randals Nnwürdigkeit beibringen undso mich meiner Zusage entbinden — oder ich bitte Euch aber-mals flehentlich, daß Ihr versuchet, das arme Kind zu seinenGunsten zu stimmen. Alles, was Ihr sagt, hat bei ihr Ge-wicht, und sie achtet in Euch — einen zweiten Vater."
Harley schien sich durch diese letztere Versicherung nichtbesonders geschmeichelt zu fühlen, wurde aber einer unmittel-baren Erwiederung durch das Erscheinen eines Mannes ent-hoben, der aus der Richtung des Stalles herkam und dessenbestaubter, mit Koth bespritzter Reiseanzug einen Courier ausdem Ausland zu bekunden schien. Kaum war Harley diesesMenschen ansichtig geworden, als er ihm entgegeneilte undihn mit kurzen, raschen Worten anredete:
„Ihr seyd sehr behend gewesen; ich erwartete Euch nichtsobald. Habt Ihr die Spur entdeckt? Ist mein Briefübergeben ?"