1729
Harley Verließ den Hof und trat durch bas nahe gele-gene Pförtchcn in den Saint-Jamcs-Park. Er setzte Frankmit wenigen Worten Von Violante'ö Verschwinden inKennt-niß und theilte ihm die Gründe mit, welche seinen Argwohnans den Grafen lenkten, Franks erstes Gefühl war das einesentrüsteten Unglaubens, da er den Bruder seiner Verlobtenkeiner solchen Schurkerei für fähig hielt; als er sich aberallmälig den cynischcn und liederlichen Ton in den Vertrau-lichen Unterhaltungen des Grafen, die Winke, welche Beatriceselbst zum Nachtheil Peschiera's hatte fallen lassen, und diegleisende, waghalsige Verdorbenheit, um deren willen derItaliener auch bei seinen Bewunderern im Nus stand, seinerErinnerung vergegenwärtigte, mußte er wider Willen Har-leh's Verdacht für nicht unbefugt anerkennen. Mit einerernsten Würde, die man nur selten an ihm bemerkte, erwie-derte er: —
„Glaubt mir, Lord L'Estrange, wenn ich zu Ver-eitlung eines schändlichen und nichtswürdigen Anschlags aufdiese arme junge Dame Beihülfe leisten kann, so dürft Ihrmir nur sagen, was ich zu thun habe, Soviel ist übrigensklar, daß Peschicra nicht persönlich bei dieser Entführungb-theiligt war, denn ich bin den ganzen Tag bei ihm ge-wesen, Und nun rch darüber nachdenke, fange ich an zu hof-fen, daß Ihr ihm Unrecht thut. Er hat nämlich eine großeGesellschaft der Unsrigen auf die nächste Woche zu einemAusflug mit ihm nach Boulogne eingcladen, um seine Dacht e
zu versuchen. Dies hätte er doch nicht Wohl thun können,wen» —"
Bulwer, meine Novelle. 109