„Entschuldigt mich, wenn ich Euch nicht gehorchen kan»;und überhaupt ist jetzt ihr Stolz zu empört durch die unglück-lichen Vorurtheile, welche Euer Vater gegen sie hegt. ESist zu spät, um auf ihren Beistand zu zählen. Ihr wendetEuch von mir ab — meine Gegenwart ist Euch zuwider.Ich will Euch davon befreien. Aber willkommen oder un-willkommen — später müßt Ihr Euch doch darein finden,und zwar für's ganze Leben."
Randal machte abermals eine förmliche Verbeugung,ging auf das Haus zu und fragte nach der Lady LanSmereDie Gräfin war zu Hause. Randal überlieferte Niccabocca'SSchreiben, dessen sehr kurzer Inhalt die Furcht ausdrückte,Peschiera habe seinen Zufluchtsort entdeckt, und mit derBitte au Lady Lansmere schloß, sie möchte, bis ihr von demAbsender des Briefes weitere Kunde zugehe, Violante auchgegen ihre Wünsche bei sich zurückhalten.
Die Gräfin las und krümmte geringschätzig die Lippe.
„Sonderbar!" sagte sie halb vor sich hi».
„Ihr findet es sonderbar," versetzte Randal, „daßEuer Correspondent sich vor einem Mann wie der Graf diPeschiera fürchtet — ist es so?"
„Sir," entgegnete die Gräfin ein wenig überrascht— „es befremdet mich, daß in einem Lande, wie das uns-rige ist, ein Mensch den anderen fürchtet!"
„Ich weiß nicht," erwiederte Randal mit seinem ge-dämpften sanften Lachen — „ich fürchte viele Menschen undkenne auch manche, welche Grund hätten, mich zu fürchten,vbschon an jeder Straßenecke ein Polizeidiener steht."