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eine Pfründe zu vergeben; der Nutznießer ist alt und, wie ichhöre, sehr leidend. Ich kann mich ordiniren lassen."
„Zn einem Dorfpfarrer herabsinken?"
„Und Zufriedenheit lernen. Ich habe sie bereits ge-kostet. Das war, als ich sie an meiner Seite hatte. Setztihr Alles auseinander. Dieser Brief ist zu unfreundlich,fürchte ich — aber mich so zu bezweifeln!"
Levy legte hastig den Brief in sein Taschenbuch und ver-abschiedete sich, da er fürchtete, er könnte ihm wieder abge-nommen werden.
lind von diesem Brief machte er einen solchen Gebrauch,daß am Tage nach seiner Uebcrliefernng Nora das Haus unddie Gegend verlassen hatte; sic war geflohen — keine Spurvon ihr aufzufinden. Von allem Weh des Lebens das tiefsteund schmerzlichste — ein Weh, das für eine Weile am ver-nichtendsten auf die Vernunft wirkt und unfern ganzen Or-ganismus nur zu einem einzigen zerrissenen und verstünr-mclten Herzen umwandelt — ist die Ueberzeuguug, daß wirbetrogen wurden in dem aufopfernden Vertrauen unsererganzen Liebe. In dem Augenblick, in welchem der Ankerreißt, bricht der Sturm los, und die Sterne verbergen sichhinter den Wolken.
Erfüllt mit der schändlichen Hoffnung, welche die Rachedes Wucherers gespornt hatte — mit der Hoffnung, daß esihm gelingen werde, den zerschlagenen und herabgewürdigtenAbgott zu ersetzen, im Falle er es so weit brachte, Nora'sLiebe zu Audley in Groll und Verachtung umzuwandeln,kehrte Levy zurück und vernahm mit Staunen und Schrecken