Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1615
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beobachtet worben sey; für Audley sey demnach, absichtlichoder unabsichtlich, die Freiheit gewahrt, den Traunngsakt zuverwerfen und die Gattin zu verstoßen." Während Nora be-täubt und sprachlos über eine Falschheit da stand, welche Levy,durch scheinbare Rechtsgründe sie unterstützend, ihrer Uner-fahrenheit wahrscheinlich genug zu machen wußte, beeilte ersich, in ihrem Geist aufs Neue die Eindrücke von Audley'sStolz, seinem Ehrgeiz und seinem Trachten nach einer welt-lichen Stellung zu beleben. „Dies sind Eure Hindernisse,"sagte er; „aber ich denke, ich kann ihn bewegen, daß er seinUnrecht wieder gut mache und Euch endlich zu Ehren bringe."Endlich zu Ehren — o Schande!

Jetzt brach Nora's Zorn los. Sie sollte glauben aneinen solchen Flecken in Audley's Ehre!

„Aber wo war die Ehre, als er seinen Freund verrieih?Wußtet Ihr nicht, daß er von Lord L'Estrange den Auf-trag hatte, ihm bei Euch das Wort zu reden? Wie hat erdiesem Vertrauen entsprochen?"

Für L'Estrange das Wort zu reden! Von diesem Um-stande hatte Nora keine genaue Kunde gehabt. In der schnellerwachten Liebe, welche der schnell vollzogenen Heirath vor-anging, war von beiden Seiten, mit Ausnahme der erstenschüchternen Hindentungen ans Harley's Werbung und ihrerruhigen, kalten Antwort, nicht weiter über den jugendlichenFreier gesprochen worden.

Levh nahm den Gegenstand wieder auf, verbreitete sichausführlich über das verrathene Vertrauen und fuhr fort:

„In Egertons Welt hält man es für weit »nehrenhaf-