1310
unglücklich, wenn ich in Euer Haus käme, um für eine Weilein Eurem Wohlwollen und in Eurer Achtung, ja in derganzen Atmosphäre Eurer Gesellschaft zu träumen von dem,was ich war, und nachher, wenn sich meine mehr als zwei-felhaften Hoffnungen einer Rückberufung in die Heimathnicht verwirklichen sollten, erwachen und für den Nest meinesLebens als das mich finden müßte — was ich bin. Wäreich allein, so könnte ich mich vielleicht der Gefahr anver-trauen — aber meine Gattin! Sie ist jetzt glücklich und zu-frieden; würde sie es auch sehn, wenn Ihr sie einmal fürdie einfache Stellung eines Weibes des Doktor Riccaboccaverderbt hättet? Müßte ich nicht stets Klagen, Hoffnungenund Befürchtungen hören, die in dem dünnen Mantel meinerPhilosophie nur eine schlechte Abwehr finden dürften? Sogarjetzt, da ich in einem Augenblick der Schwäche ihr meinGeheimnis vertraut habe, wird mir immer 'mein Rang' hin-geworfen — freilich mit sorgloser Hand, aber es trifft den-noch schwer. Kein Stein thut weher, als der, welcher zumWurf den Trümmern des eigenen Hauses entnommen wirdund je größer dieses Haus war, um so schwerer trifft unsauch der Stein. Meine theure Madame, ich empfehle dieTochter Eurem Schutz, da der Vater an der Kraft dazu ver-zweifelt — aber verlangt nicht weiter."
Riccabocca blieb hierin unerschütterlich. Nachdem dieSache soweit bereinigt war, wurde noch weiter abgemacht,daß Violante unter keinem anderen Namen als unter demeiner Tochter des Doktor Riccabocca auftreten sollte.
„Und nun noch ein Wort," sagte Harley. „Ver-