In Bezng ans den zweiten für Die Namenlosig-keit angeführten Borthel!, die leichter« Kritik lite-rarischer Erzeugnisse betreffend, sagt man, rin ano-nymer Bcnrthcjler könne ein Werk unparteiischerübersehen, als wenn der Verfasser, der vielleicht derFreund des Benrtbeilers ist, wüste Wer it>» kriti-sirt. Von allen Argumenten für die Auonvmität istdieses das verbreitetste und das falscheste. Manfrage Jeden, der einmal hinter den Vorhang derJournalrecenflvnen gesehen hat, und man wird er-fahren, das gerade die Parteilichkeit und R nksichtauf Personen, welche durch die NamenlosigkeitHintertrieben werden soll, durch dieselbe geschnzt undgesichert wird. Die Kritik ist heutigen Tags fastohne Ausnahme die öffentliche Wirkung von Privat-bekantschaftcn. Ist ein Werk in den Journalen,gcsezt auch mit Recht, allgemein gepriesen worden,so sieht neunmal unter zehn Fällen der Verfasser inansgedchnten Konnexionen mit den verschiedenenZeitblättern. Guter Himmel! welche Maschineriensehen wir nicht in Bewegung grsrzt, um ein Buchdurch liebevolle Ammenpfiege zur Lebenskraft kom-men zu lassen! Ich sage nicht, daß der Recensentin seiner Parteilichkeit unehrenhaft verfahre; vielleichtlöst er sich durch Gründe bestimmen, die vor demRichterstuhl seiner Gesinnungen alS Privatmann fürschön und preisivürdig gelten würden.
„Ah, des armen N. N. Buch; will freilich nicht