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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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667
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II. Zu der Lehre von den Paralogisme» der reinen Vernunft. 607

Wir haben in der transsccndentalen Acsthetik unleugbar be-wiesen, daß Körper blose Erscheinungen unseres äußeren Sinnesund nicht Dinge an sich selbst sind. Diesem gemäß können wirmit Recht sagen, daß unser denkendes Subject nicht körperlich sei,das heißt: daß, da es als Gegenstand des inneren Sinnes von unsvorgestellt wird, es, insofern als es denkt, kein Gegenstand äuße-rer Sinne d. r. keine Erscheinung im Raume sein könne. Dieseswill nun so viel sagen: es können uns niemals unter äußeren Er-scheinungen denkende Wesen, als solche, Vorkommen, oder: wir kön-nen ihre Gedanken, ihr Bewußtsein, ihre Begierden rc. nicht äußer-lich anschauen; denn dieses gehört Alles vor den inneren Sinn.In der Thal scheint dieses Argument auch das natürliche und popu-läre, worauf selbst der gemeinste Verstand von jeher gefallen zu seinscheint, und dadurch schon sehr früh Seelen, als von den Körpernganz unterschiedene Wesen zu betrachten angefangen hat.

Ob nun aber gleich die Ausdehnung, die Undurchdringlichkeit,Zusammenhang und Bewegung, kurz Alles, was uns äußere Sinnenur liefern können, nicht Gedanken, Gefühl, Neigung oder Entschließungsein oder solche enthalten werden, als die überall keine Gegenständeäußerer Anschauung sind, so könnte doch wohl dasjenige Etwas, welchesden äußeren Erscheinungen zum Grunde liegt, was unseren Sinnso afsicirt, daß er die Vorstellungen von Raum, Materie, Gestaltu. s. w. bekommt, dieses Etwas, als Noumcnon (oder besser, alstransscendcntaler Gegenstand) betrachtet, könnte doch auch zugleichdas Subject der Gedanken sein, wiewohl wir durch die Art, wieunser äußerer Sinn dadurch afsicirt wird, keine Anschauung vonVorstellungen, Willen u. s. w., sondern blos vom Raum und dessenBestimmungen bekommen. Dieses Etwas aber ist nicht ausgedehnt,nicht undurchdringlich, nicht zusammengesetzt, weil alle diese Prädi-cate nur die Sinnlichkeit und deren Anschauung angchen, so fernwir von dergleichen (uns übrigens unbekannten) Objecten afsicirtwerden. Diese Ausdrücke aber geben gar nicht zu erkennen, wasfür ein Gegenstand es sei, sondern nur, daß ihm, als einem sol-chen, der ohne Beziehung auf äußere Sinne an sich selbst betrachtet