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>. Zur Deduction der reinen Verstandesbegriffe.
einer beständigen Regel hcrvorbringt. Dieses Gesetz der Reproductionsetzt aber voraus, daß die Erscheinungen selbst wirklich einer solchenRegel unterworfen sind und daß in dem Mannigfaltigen ihrer Vor-stellungen eine, gewissen Regeln gemäße Begleitung oder Folge Stattfinde; denn ohne das würde unsere empirische Einbildungskraft nie-mals etwas ihrem Vermögen Gemäßes zu thun bekommen, alsowie ein todtes und uns selbst unbekanntes Vermögen im Innerendes Gemüths verborgen bleiben. Würde der Zinnober bald roth,bald schwarz, bald leicht, bald schwer sein, ein Mensch bald in diese,bald in jene thierische Gestalt verändert werden, am längsten Tagebald das Land mit Früchten, bald mit Eis und Schnee bedeckt sein,so könnte meine empirische Einbildungskraft iiicht einmal Gelegenheitbekommen, bei der Vorstellung der rothcn Farbe den schweren Zin-nober in die Gedanken zu bekommen; oder würde ein gewisses Wortbald diesem, bald jenem Dinge beigelegt, oder auch dasselbe Dingbald so, bald anders benannt, ohne daß hierin eine gewisse Regel,der die Erscheinungen schon von selbst unterworfen sind, herrschte,so könnte keine empirische Synthesis der Reproduction Statt finden.
Es muß also Etwas sein, was selbst diese Reproduction derErscheinungen möglich macht, dadurch, daß es der Grund o priorieiner nothwendigen synthetischen Einheit derselben ist. Hierauf aberkommt man bald, wenn man sich besinnt, daß Erscheinungen nichtDinge an sich selbst, sondern das blose Spiel unserer Vorstellungensind, die am Ende auf Bestimmungen des inneren Sinnes aUslaufen,Wenn wir nun darthun können, daß selbst Unsere reinsten AnschauungenL priori keine Erkenntniß verschaffen, außer so fern' sie eine solcheVerbindung des Mannigfaltigen enthalten, die eine durchgängigeSynthesis der Reproduction möglich macht, so ist diese Synthesisder Einbildungskraft auch vor aller Erfahrung auf Prmcipien » priorigegründet, und man muß eine reine transsccndentale Synthesis der-selben annehmcn, die selbst der Möglichkeit aller Erfahrung, (alswelche die Reproducibilität der ErscheiUungen nothwendig voraussctzt,)zum Grunde liegt. NUn ist offenbar, daß, wenn ich eine Linie inGedanken ziehe/ oder die Zeit von eiücm Mittag zum anderen denken,Kant s. W. II. 4i