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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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299
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I 2. Abschn. Von den transscendentalen Ideen. 299

I mmst; denn sie betrachten alles Erfahrungserkenntniß als bestimmtDurch eine absolute Totalität der Bedingungen. Sie sind nicht will-- »kürlich erdichtet, sondern durch die Natur der Vernunft selbst auf-Mgcbcn, und beziehen sich daher nothwendiger Weise auf den ganzeniBerstandesgebrauch. Sie sind endlich transscendent und übersteigendie Grenze aller Erfahrung, in welcher also niemals ein Gegenstandstorkmmcn kann, der der transscendentalcn Idee adäquat wäre.Mn man eine Idee nennt, so sagt man dem Object nach, (alsm einem Gegenstände des reinen Verstandes,) sehr viel, demSubjecte nach aber, (d. i. in Ansehung seiner Wirklichkeit unterl mpirischer Bedingung,) eben darum sehr wenig, weil sie als derBegriff eines Maximum in concreto niemals congruent kann gegebeni ^ mden. Weil nun das Letztere im blos speculativen Gebrauch derVernunft eigentlich die ganze Absicht ist und die Annäherung zueinem Begriffe, der aber in der Ausübung doch niemals erreichtwird, eben so viel ist, als ob der Begriff ganz und gar verfehltwürde, so heißt es von einem dergleichen Begriffe: er ist nur eineNee. So würde man sagen können: das absolute Ganze aller! Erscheinungen ist nur eine Idee; denn da wir dergleichen niemalsi im Bilde entwerfen können, so bleibt cs ein Problem ohne alleAuflösung. Dagegen, weil cs im praktischen Gebrauch des Ver-sliuides ganz allein um die Ausübung nach Regeln zu thun ist, so! kann die Idee der praktischen Vernunft jederzeit wirklich, ob zwar> nur zum Theil in concreto gegeben werden, ja sic ist die unent-behrliche Bedingung jedes praktischen Gebrauchs der Vernunft. Ihre^ Ausübung ist jederzeit begrenzt und mangelhaft, aber unter nicht! bestimmbaren Grenzen, also jederzeit unter dem Einflüsse des Be-griffs einer absoluten Vollständigkeit. Demnach ist die praktischeNee jederzeit höchst fruchtbar und in Ansehung der wirklichen Hand-j lungm unumgänglich nothwcndig. In ihr hat die reine Vernunftsogar Causalität, das wirklich hervorzubringen, was ihr Begriff ent-hält; daher kann man von der Weisheit nicht gleichsam geringschätzigsagen: sie ist nur eine Idee; sondern eben darum, weil sie dieNee von der nothwendigen Einheit aller möglichen Zwecke ist, so