Druckschrift 
2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

L88 Elementarlehre, ll. Th. II. Abth. Transsc. Dlalekiik.

so lange es angeht, so sieht man wohl, der eigcnthümlichesatz der Vernunft überhaupt (im logischen Gebrauche) sei: ^bedingten Erkenntnisse des Verstandes das Unbedingte zu ft-ickwomit die Einheit desselben vollendet wird.

Diese logische Maxime kann aber nicht anders ein Punchsder reinen Vernunft werden, als dadurch, daß man an»i»ßwenn das Bedingte gegeben ist, so sei auch die ganze Reiheder untergeordneter Bedingungen, die mithin selbst unbedingt^gegeben (d. i. in dem Gegenstände und seiner Verknüpfunghalten).

Ein solcher Grundsatz der reinen Vernunft ist aber chnbH !synthetisch; denn das Bedingte bezieht sich analytisch M qirgend eine Bedingung, aber nicht aufs Unbedingte. Es niiiffGaus demselben auch verschiedene synthetische Sätze entspringen, Wvon der reine Verstand nichts weiß, als der nur mit GegenMGeiner möglichen Erfahrung zu thun hat, deren Erkenntnis und S:Hthesis jederzeit bedingt ist. Das Unbedingte aber, wenn es wirkliHStatt hat, wird besonders erwogen werden, nach allen den Zehsiimmungen, die cs von jedem Bedingten unterscheiden, und >n>Hdadurch Stoff zu manchen synthetischen Sätzen a priori geben.

Die aus diesem obersten Princip der reinen Vernunft enchriGgende Grundsätze werden aber in Ansehung aller Erscheinungtransscendent sein, d. i. es wird kein ihm adäquater empirisch^Gebrauch von denselben jemals gemacht werden können. Er mdjsich also von allen Grundsätzen des Verstandes, (deren Geb»völlig immanent ist, indem sie nur die Möglichkeit der ErHrung zu ihrem Thema haben,) gänzlich unterscheiden. Lbjener Grundsatz: daß sich die Reihe der Bedingungen (in der Sgthesis der Erscheinungen, oder auch des Denkens der DingesHaupt) bis zum Unbedingten erstrecke, seine objective Richtigkeit Woder nicht; welche Folgerungen daraus auf den empirischen BnHstandcsgebrauch fließen, oder ob es vielmehr überall keinen derglHchen objectivgültigcn Vernunftsatz gebe, sondern eine blos loMVorschrift, sich im Aufsteigcn zu immer höheren Bedingungen g