280 Elementarlehre. II Th. II. Abth. Transsc. Dialektik.
!I. Von der reinen Vernunft als dem Sitze des trankscendentalen Scheins.
Von der Vernunft überhaupt.
Alle unsere Erkcnntmß hebt von den Sinnen an, geht von ^ ^zum Verstände und endigt bei der Vernunft, über welcheHöheres in uns angetroffen wild, den Stoff der Anschauung^bearbeiten und unter die höchste Einheit des Denkens zu bring«,.,Da ich jetzt von dieser obersten Erkenntnißkrast eine Erklärungsoll, so finde ich mich in einiger Verlegenheit. Es gibt von ihr,wie von dem Verstände einen blos formalen d. i. logischen Gebrauch,,da die Vernunft von allem Inhalte der Erkcnntmß abstrahirt, cksi >auch einen realen, da sie selbst den Ursprung gewisser Begriffe undjGrundsätze enthalt, die sie weder von den Sinnen, noch vom Neu.stände entlehnt. Das erstere Vermögen ist nun freilich verlang^von den Logikern durch das Vermögen mittelbar zu schließen, szunisUnterschiede von den unmittelbaren Schlüssen, consegueMm imme-lliatis,) erklärt worden; das zweite aber, welches selbst Begriffeerzeugt, wird dadurch noch nicht eingcschen. Da nun hier einchEintheilung der Vernunft in ein logisches und transsccndcntales Ver-mögen vorkommt, so muß ein höherer Begriff von dieser Erkenntnis,quclle gesucht werden, welcher beide Begriffe nur unter sich besaß,indessen wir nach der Analogie mit den Verstandesbegriffen erwart!»können, daß der logische Begriff zugleich den Schlüssel zum trans-scendentalcn, und die Tafel der Functionen der crsteren zugleich dikStammleitcr der Vernunftbegriffe an die Hand geben werde.
Wir erklärten im crsteren Thcile unserer transsccndentalen Logikden Verstand durch das Vermögen der Regeln; hier unterscheid!»wir die Vernunft von demselben dadurch, daß wir sie das Ber-mögen der Principien nennen wollen.
Der Ausdruck eines Princips ist zweideutig und bedeutet gemei-niglich nur ein Erkcnntmß, das als Princip gebraucht werden kan»,ob cs zwar an sich selbst und seinem eigenen Ursprünge nach keinPrincipium ist. Ein jeder allgemeiner Satz, er mag auch sogar ans