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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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Einleitung.

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dH es nicht anders sein könne. Findet sich also erstlich ein Satz,der zugleich mit seiner Nothwendigkeir gedacht wird, so ist er einUnheil il priori; ist er überdem auch von keinem abgeleitet, als derM wiederum als ein nothwendiger Satz gültig ist, so ist erschlechterdings a priori. Zweitens: Erfahrung gibt niemals ih- 'rm Urlheilen wahre oder strenge, sondern nur "angenommene undkomparative Allgemeinheit (durch Jnducrion), so daß cs eigentlichheißen muß: so viel wir bisher wahrgenommen haben, findet sichm dieser oder jener Regel keine Ausnahme. Wird also ein Ur-theil in strenger Allgemeinheit gedacht d. i. so, daß gar keine Aus-nahme als möglich »erstattet wird, so ist es nicht von der Erfah-rung abgeleitet, sondern schlechterdings o priori gültig. Die empi-rische Allgemeinheit ist also nur eine willkürliche Steigerung derGültigkeit, von der, welche in den meisten Fällen, zu der, die inallen gilt, wie z. B. in dem Satze: alle Körper sind schwer; wodagegen strenge Allgemeinheit zu einem Urtheile wesentlich gehört,da zeigt diese auf einen besonderen Erkcnntnißquell desselben, näm-lich ein Vermögen des Erkenntnisses a priori. Nothwendigkeit undstrenge Allgemeinheit sind also sichere Kennzeichen einer Erkenntnißz priori und gehören auch unzertrennlich zu einander. Weil esaber im Gebrauche derselben bisweilen leichter ist die empirischeBeschränktheit derselben, als Zufälligkeit in den Urtheilen, oder esauch mannichmal einleuchtender ist die unbeschränkte Allgemeinheit,die wir einem Urtheile beilegen, als die Nothwendigkeit desselben zuzeigen, fo ist es rathsam, sich gedachter beider Kriterien, deren je-des für sich unfehlbar ist, abgesondert zu bedienen.

Daß es nun dergleichen nothwendige und im strengsten Sinneallgemeine, mithin reine Urtheile » priori im menschlichen ^Er-kenntnis; wirklich gebe, ist leicht zu zeigen. Will man ein Beispielaus Wissenschaften, so darf man nur auf alle Sätze der Mathema-tik hinaussehen; will man ein solches aus dem gemeinsten Verstan-desgebrauchc, so kann der Satz, daß alle Veränderung eine Ursachehabe müsse, dazu dienen; ja in dem letzteren enthält selbst der Be-griff einer Ursache so offenbar den Begriff einer Nothwendigkeit der