David Kimchi.
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feindlichen Simson von Sens und Jünger des überfrommen Sir Leonvon Paris, dennoch eine große Verehrung für Maimuni hegte unddessen halachische Schriften zum Gegenstand seines Studiums machte.— Ueber diese Sinnesänderung war Nachmani sehr ungehalten, undda ihm die zunehmende Spaltung tief zu Gemüthe ging, er überhauptManches auf dem Herzen hatte, und sich mit einem Bermittelungs-vorschlag herumtrug, welcher ihm den Frieden wiederherzustellengeeignet schien, so richtete er ein ausführliches, gutgemeintes, aberschwülstiges Sendschreiben an die französischen Rabbinen. Er äußertezuerst seine Unzufriedenheit damit, daß sie die Leser der maimunischenSchriften in den Bann gelegt hätten. Sie hätten bedenken mögen,daß Maimuni mit den Waffen der Philosophie den Unglauben be-kämpft und dem Judenthnm glänzende Dienste geleistet habe. Eineder französischen, rabbinischen Autoritäten, Abraham b. David, habewohl Ausstellungen an Maimuni's Werk gemacht, aber es keineswegsverdammt. „Wenn cs auch nützlich schien, gegen manche glaubens-schwache Gemeinden mit Strenge zu verfahren, warum habt ihr dieGemeinden Navarras mit in den Bann eingeschlossen, uns, die wirden Talmud Hochhalten, aber auch Maimuni hoch verehren? Wennihr an dem „Führer" Maimuni's etwas auszusetzen habt, warumauch den Bann gegen dessen Buch Madda schlendern, das voll reinerGottesfurcht ist?" Nachmani rechtfertigte ferner in diesem Send-schreiben Maimuni gegen die Angriffe, als habe er Höllenstrafen undüberhaupt das Dasein einer Hölle geleugnet. Er rügte auch an denfranzösischen Rabbinen, daß sie, sich an den Buchstaben der Agadaanklammernd, sich von der Gottheit menschliche Vorstellungen machten.Gegen eine solche Erniedrigung der Gottheit hätten schon Gaonen an-gekämpft, und selbst der talmudisch strenge Eleasar aus Worms habein einer seiner Schriften dagegen Verwahrung eingelegt, Gott eineGestalt, Gliedmaßen und menschliche Organe beizulegen. „Wenn ihraber doch einmal der Ansicht wäret, die maimunischen Schriften ver-ketzern zu müssen, warum geht jetzt ein Theil eures Kreises von diesemBeschlüsse ab, als bereute er den Schritt? Ist es Recht in solchenwichtigen Dingen Willkür zu üben? Heute dem Einen und morgendem Andern Beifall zu geben?"
Zuletzt rückt Nachmani mit seinem Vermittelungsvorschlag her-aus. Der Bann gegen den philosophischen Theil von Maimuni'sReligionscodex soll aufgehoben, dagegen der gegen die Beschäftigungmit dem „Führer" und gegen die Verächter der Agada und dertalmudischen Schriftauslegung verschärft werden. Dieser Bann sollaber auch nicht einseitig ausgesprochen werden; vielmehr die pro-
Graetz, Geschichte der Juden. VII. 4