Geschichte der Juden.
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inan zu vielen Tausenden auf die Sklavenmärkte Hebrons und Gazas,und der Sklaven waren so viel, daß man sie um einen geringen Preisverkaufte. Der Rest wurde nach Egypten geschleppt, wo sie durchHunger und Schiffbrnch ein elendes Ende fandenEs gab abernoch immer Flüchtlinge, die sich in den Höhlen versteckt hielten, umder Treibjagd der Feinde zn entgehen. Eines Tages erlitten eineMenge solcher an einem Sabbat durch blinden Schrecken den Tod inden engen Gängen einer Höhle. Als sie ein Geräusch, verursacht vonde» mit Nägeln besetzten Sandalen neuer Ankömmlinge vernahmen,und es für den Sturmschritt anrückender Feinde hielten, drängten siein wilder Verzweiflung so ungestüm aufeinander, daß viele derselbenvon ihren Leidensgefährten zerquetscht wurden. Dieser Vorfall hintcr-ließ einen so betrübenden Eindruck, daß man später verbot, am Sabbatbenagelte Sandalen zn tragen^). Andere Unglückliche, denen dieLebensmittel fehlten, erhielten sich in den Höhlen vom Fleische derLeichname, die haufenweise ans den Feldern lagen. Der Genuß vonMcnschenfleisch war für diese Gehetzten eine Lebensgewohnheit geworden,und jedem wurde der Reihe nach die Aufgabe zngctheilt, einen Leich-nam aufznsnchen und in die Höhle zn schaffen. Eines Tages schlichein unglücklicher Flüchtling ans dem Versteck, der Ordnung gemäßeinen Leichnam zn holen. Er fand aber in der Nähe nur den Körperseines Vaters; trotz der Abgestumpftheit, welche ein solches Lebenzu erzeugen Pflegt, schauderte er doch vor dem Gedanken zurück, seinenVater als Speise für sich und seine Genossen mitzubringen, er ent-zog ihn den Blicken und kehrte leer zurück. Ein Anderer wurde nachihm ansgeschickt, der glücklicher war, einen Leichnam zn finden. Nach-dem sie denselben verzehrt hatten, erfuhr der unglückliche Sohn ausden nähern Umständen, daß cs der Leichnam seines Vaters war, mitdem er seinen Hunger unnatürlich gestilltes. Aber nicht einmal dieseselende Leben gönnte man den Flüchtlingen; man suchte sie aus ihrenVerstecken zu locken; Herolde machten bekannt, daß man denen, diesich freiwillig stellen würden, Gnade werde widerfahren lassen. Vieleließen sich von diesen Verlockungen bethören, aber man schleppte siein die Rimmonebene, den Platz, wo der Aufstand seinen Anfanggenommen. Mit einem, die Grausamkeit noch steigernden Hohne er-theilte der Sieger den Befehl, sämmtliche Gefangene niederzumetzeln,
') Hieronymus (lommsnt. in Laobariam zu II. 5. und in .lorsmiasa. .11. 15. Obronioon Llexaiulrinum zur 22-1. Olympiade.
Labbat 611. a. .Isrns. das. VI. p. 8. a.b) Märasod Vdrsni zu I. 15.