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Geschichte der Juden.
geschwebt habe. Diese Quelle überliefert: Der Kaiser habe einenSenatsbeschlnß dnrchgebracht, daß sämmtliche Inden, insoweit sie inden Rom unterwürfigen Ländern wohnten, binnen dreißig Tagenvertilgt werden sollten. Die Knnde von diesem drohenden Unglückesei auch nach Judäa gedrungen und habe den Patriarchen mit dendrei angesehensten Männern, dem Stellvertreter Eleasar b. Asaria,R. Josua und R. Akiba bewogen, sich nach Rom zu begeben. DieReise dieser vier jüdischen Weisen nach Rom ist übrigens auch ausandern glaubwürdigen Quellen bestätigt'). Als sie unweit der Welt-hauptstadt das tausendstimmige Getöse vom Capitol hörten, wurdensie auf das schmerzlichste davon ergriffen, indem sie damit die ödeStille verglichen, die auf dem Tempelberge in Jerusalem herrschte;sie konnten sich bei diesem Kontraste der Thränen nicht erwehren.Nur R. Akiba behauptete seine heitere Stimmung und tröstete dietrauernden Genossen mit den Worten: „Warum darüber weinen?Wenn Gott so viel für seine Widersacher thut, was wird er erstseinen Lieblingen gewähren!" Noch andere Nachrichten erzählen, daßdieselben vier Tana'iten eine Reise nach Rom zu Wasser in so großerEile unternommen habe», daß sie die für die Schifffahrt günstigeJahreszeit nicht erwarten mochten, sondern im Beginn des Herbstessich den Meeresstürmen ausgesetzt hätten. Ihre Reise nach Rom mußdemnach sehr dringend gewesen sein, vielleicht eben, nm die über ihrerNation schwebende Gefahr abznwenden. In Rom angekommen, sofährt die erste Quelle fort, sollen sie sich mit einem hochangesehenenjüdischgesinnten Senator berathen haben, wie dem Unglücke zu be-gegnen sei. Darauf habe die Frau des Senators, welche gleich ihremManne gottesfürchtig gewesen, demselben gerathen, sich zum Heile desjüdischen Volkes zu opfern. Er sollte nämlich das Gift, welches erwie alle römischen Großen in einem Siegelringe stets bei sich zu tragen
') Aisokma Urnbiu IV. 2; Aaa'sser Lobsui IV. 9. Dahin gehört auchdis Nachricht von den Bemerkungen der Weisen beim Anblick des CapitolsAiclrasob Dlrsrsni Ende; b. illakkob Ende; ferner die Notizen über ihrenAufenthalt auf dem Schiffe, b Lukka p. 23 a. sor. das. II p, 52 b., DoaiktaLukka II. Ende, endlich Ilxo(In8 Ilabda Ho. 30, Osrsob Urse: o. V. Ueberallist von diesen vier Tana'iten die Rede, nur sind die Namen zuweilen verwechselt,und zuweilen fehlt der eine oder der andere. Ich kann daher Frankel's Ansichtnicht zustimmen, daß diese oder einige derselben zweimal die Reise nach Romgemacht halten (Harke Maokua p. 84). Es ist überall von einer und derselbenReise die Rede und zwar im Herbste 95 oder 90 zur Zeit der HinrichtungClemens oder Domitian's Tod. — Ohne Zweifel waren es dieselben inRom, welche einen Dialog über den Bestand der Götzen führten (^boäaLara I. 3). Von R- Josuas Anwesenheit in Rom wird in den Talmudenöfter erzählt.