Sicherheit mit dem Flaggenschiffe verkehren. Ich würde es mir nie-mals verzeihen, wenn sich wirtlich irgend ein Unglück ereignen sollte!"
„Wenn man Alles aus'S Beste besorgt, Kapitän Cuffe, sodarf man mit leichtem Herzen der Zukunft entgegensetzen; Ihrkonntet ja unmöglich vorher wissen, was später kommen würde.Möchte vielleicht nicht — man würde freilich ungerne daran gehen —aber die Noth ist ein harter Lchrmeiiler — "
„Heraus damit, Grifstn; mir ist Alles lieber als Ungewißheit."
„Nun, Sir, ich dachte eben daran, ob diese junge Italienerinnicht vielleicht irgend etwas von dem Lugger wissen könnte; da sieoffenbar den Franzmann liebt, so könnten wir mittelst ihres Her-zens ein freies Bekenntniß ihrer Zunge erkaufen."
Cuffe schaute seinen Lieutenant eine halbe Minute lang auf-merksam in's Gesicht: dann schüttelte er mißbilligend mit dem Kopfe.
„Nein, Griffin, nein," sprach er, „dazu kann ich nimmermehrmeine Zustimmung geben. Bei diesem witzelnden, zweideutigenUankee — wenn er überhaupt ein Uankce ist — fühlt man aller-dings wenige Skrupel, was Zartsinn betrifft: aber die Gefühle einesarmen, unschuldigen Mädchens auf diese Art auf die Probe zustellen — das hieße doch wahrlich zu weit gehen. Das Herz einesjungen Mädchens sollte uns unter allen Umständen heilig sehn."
Griffin erröthete und biß sich in die Lippen. Niemand liebt eS,sich im Punkte der Großmuth — und wäre es auch nur dem Scheinenach — übcrtroffcn zu sehen, und er ärgerte sich, daß er einen Vorschlaggemacht hatte, welchen sein Vorgesetzter als ungeziemend behandelte.
„Nichts desto weniger würde sie den Lugger als einen wohlfeilenPreis betrachten, Sir," erwiederte er mit Pathos, „wenn sie dasLeben ihres Geliebten dadurch erkaufen könnte. Es wäre freilichetwas ganz Anderes, wenn wir von ihr verlangten, daß sie statteines bloßen Kapers — ihren Anbeter selbst verkaufen sollte."
„Thut nichts. Griffin; wir wollen uns nicht in die Herzens-angelegenheiten eines jungen Wesens mischen, welches uns der