248 Geschichte der Juden.
ihm bei der rücksichtslosen Eintreibung der Stenern behilflichsollten. Denn auf Widerstand mußte er sich gefaßt machen. Durchdiese Kriegerschaar wurde Joseph in Wirklichkeit Herrscher überganz Palästina. Bei alledem gebrach es ihn: an Mitteln, um dieAusbeutung der Stenerkraft in großem Maßstabe durchführen zukönnen; er mußte abermals eine Anleihe machen, und er erhielt sievon den reichen Hofleuten, da sie sich nicht verhehlen konnten, daßJoseph ein Günstling des Königs geworden war und gute Zinsenzu zahlen im Stande sein würde.
So kehrte er, mit Mitteln für den Anfang versehen und vonder Kriegerschaar begleitet, nach Judäa zurück, das er als ein umNachsicht Bittender unbemittelt verlassen hatte, und begann sofortseine Thätigkeit. Selbstverständlich hatten sich sämmtliche bisherigeSteuerpächter, welche zugleich Tonangebcr in ihren Städten waren,wie auf gemeinsame Verabredung vorgenommen, ihm die Steuer-zahlung zu verweigern und ihm hartnäckigen Widerstand eutgegen-zusetzcn. Den Reigen eröffnete Askalon, die ehemalige Philisterstadt,die eine zahlreiche und begüterte Bevölkerung hatte. Doppelt ver-haßt war ihr der Judäer, welcher Gebieter über ihr Hab und Gutgeworden war, und sie verwehrte ihm den Einzug in ihre Stadt.Er aber erzwang ihn und verfuhr streng. Zwanzig der Angesehenstender Stadt ließ er als Rädelsführer hinrichtcn, zog ihr Vermögenein, das sich auf Tausende belief, sandte cs dem Könige zu understattete Bericht darüber. Und sein strenges Verfahren, das Geld.einbrachte, wurde vom Hofe gebilligt. Der Vorgang in Askalonflößte den übrigen palästinensischen Städten einen solchen Schreckenein, daß sie fortan dem judäischen Steuerpächter willig die Thoreöffneten und die ihnen auferlegte Schatzung leisteten. Nur die StadtBet-Schean — Skythopolis, von vielen Griechen bewohnt,wagte noch Widerstand zu leisten und überhäufte ihn mit Schmä-hungen. Bald war aber auch ihr Muth gebrochen, als er auch hierdie vornehmsten und reichsten Bürger enthaupten ließ und ihrenreichen Besitz für den König confiscirteff. — Mit den Samaritanernscheint sich Joseph vertragen zu haben. Wenigstens wird von keinerfeindseligen Handlung gegen sie ans dieser Zeit berichtet. Und eswar klug, ein freundliches Verhältnis; mit ihnen zu unterhalten.
1) Josephus das. 4, 4—5.