74
Geschichte der Juden.
Er habe noch dazu in seinem ganzen Reiche durch Herolde verkündenund auch ein schriftliches Edikt ergehen lassen, daß es allenJudäern freistehen sollte, nach Jerusalem zu ziehen und dort einHeiligthum zu errichten. Cyrus habe ferner gestattet, daß die Zurück-bleibenden die Heimkehrenden mit Gold und Silber und mit Last-thieren versehen dürfen. Er habe dann noch das Maaß für denTempelraum angegeben und befohlen, daß die Kosten des Bauesvom königlichen Schatze getragen werden sollten. Endlich habe erauch seinen Schatzmeister Mithradat den Befehl ertheilt, dieheiligen Tempelgeräthe, welche Nebukadnezar erbeutet und in denBelus-Tempel als Siegeszeichen niedergelegt hatte, den zur RückkehrGerüsteten auszuliefern. Ueber alle diese Gunstbezeugungen habeCyrus eine Urkunde zum Andenken ausstellen und in seiner Haupt-stadt Ekbatana niederlegen lassen st.
Sobald die Erlaubniß zur Rückkehr bewilligt war, tratenMänner zusammen, um diese zu organisiren und die voraussichtlichenSchwierigkeiten und Hindernisse zu beseitigen. An die Spitzestellten sich zwei gleichaltrige Männer, denen vermöge ihrer Ab-stammung die Führerschaft gebührte, der eine war Serubabel,auf babylonisch Scheschbazar genanntst, Sohn Schaltiel's undEnkel des Königs Jojachin, also ein Sproß David's, und der andereJeschu a, Sohn Jehozadaks und Enkel des letzten Hohenpriesters Serajaso. S. 50). Ihnen schlossen sich zehn Männer an, so daß sie zusammeneine Zwölf-Zahl bildeten, um gewissermaßen die zwölf Stämmezu vertreten st. Serubabel bekleidete Cyrus mit einer hohen Würde;
y Zwei Quellen erzählen dieses, Esra 1, 1 fg., und 6, 3. Das Letztere auseiner angeblichen Urkunde, die sich in xr-^nx, d. h. ILdatana (persisch Llrirm-tana,) befunden haben soll. Der weitere Verlauf der Geschichte widerspricht aberzum Theil den Angaben beider Quellen.
2s Die Identität von i-vvim und braucht wohl jetzt kaum mehr er-
wiesen zu werden. Zum Ueberflusse sei auf Lr. ^.xoor. 6,17 verwiesen: 7r«(<r-VoA?? .— Serubabel wird in den meisten
Stellen i-x^ni-xw genannt; nur Chronik I. 3, 19 scheint es, als wenn erSohn Pedaja's genannt wäre. Der Text ist aber das. schadhaft.
st In dem doppelt mitgetheilten Verzeichnis; der Heimgekehrten fehlt indem ersten der Name ^n:. Manche Nanien variircn, entstellt sind sie meistensin Lr. Hpoor. 5, 8.