Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
421
Einzelbild herunterladen
 

L21

vorsichtig er regiert wenige Wochen besteuertLas Volk zu dessen eigenem Vesten und wird in Stückezerrissen! Ein Tag der nun folgenden Regierung reichthin, sein Regiment zu rechtfertigen und sein Andenkenzu röchen und so oft dieses elende, entartete Volknoch nach Jahrhunderten von Ruhm träumte, odernach Gerechtigkeit seufzte, erinnerte cs sich dcS glän-zenden Traumbildes, daS^ es selbst geopfert, und be-klagte das Schicksal von Cola di Nienzi. Daß erkein Tyrann war, geht daraus augenscheinlich hervor,daß er nach seinem Tode schmerzlich bedauert wurde.Das Volk bedauert nie einen Tyrannen! Aus derUnpopnlarität, welche aus andern Fehlern entspringt,geht oft eine Reaktion hervor; es ist dies bei demVolke aber keine Reaktion gegen ihren Verräther oderUnterdrücker. Tausend Biographen könne» über dieFehler oder Verdienste eines Regenten nicht mit solcherBestimmtheit entscheiden, wie die einzige Thatiache,ob er zehn Jahre nach seinem Tode geliebt oder ge-haßt wird. Wenn aber der Regent von dem Volkeermordet wurde, und er wird dann von ihnen bedauert,so liegt in eben dieser ihrer Neue seine Freisprechung.

Natur geworden ist, und der zu dem phhsischenRcizmitteloderzu der augenblicklichenLethcseineZnfl licht nimmt, wenn diegei-stigenAufheiterungen derHoffnung, derZugcn» und des Ruhmesihn zu verlassen anfangen. SeinebehaüotctcUnmäßigkelt,welchedie Römer «ein äußerst nüchternes Volk) vielleicht auch über-trieben haben, und die er mit einem Durste entschuldigte, denihm eine in dem Kerker von Avignon stch zugetogene Krankheitverursachte verminderte offenbar, auch nachZeugNiffen, in derletzten Zeit seinen Geschäftseifer nicht, der, wie sein Biographberichtet, zu dieser Zeit noch größer war als je.