Kämmerer« erhobene Page bediente stets seine Personund schlief in seinem Vorzimmer.
Als der Senator an diesem Abende in Tivoli sichin das für ihn bereitete Gemach zurückgezogen, setzteer sich an das offene Fenster, durch welches man diedunkeln Fichten, welche die Hügel krönten, in demSternenlichte schwanken sah, während die Stille derStunde das Rauschen der Wasserfälle trug, das maudeutlicher als den regelmäßigen, abgemessenen Schrittder Schildwachen unten vernahm. Ricnzi stützte dieWange auf die Hand, überließ sich lange düsterenGedanken, und sah, als er aufblickte, das Helle blaueAuge Villani's, das mit ängstlicher Theilnahme aufseinem Antlitze ruhte.
„Ist mein Gebieter unwohl?" fragte der jungeKämmerer stockend.
„Nicht doch, mein Angelo; aber ein wenig krankam Herzen. Für eine Septembernacht scheint mir dieLuft kalt."
„Angelo," begann Rienzi wieder, dessen sich schonjene unbehagliche Neugier bemächtigt, welche gewöhn-lich mit einer ungewisse» Macht verbunden ist —„Angelo, bringe mir jenes Schreibzeug hieher; hast Duetwas gehört, was die Leute von dem wahrschein-lichen Erfolge unseres Zuges gegen Palcstrina sagen?"
„Wünscht mein Gebieter all ihr Geschwätz zuhören, gleichviel ob angenehm oder nicht?" erwiderteWillani.
„Wenn ich nur hören wollte, was mir gefiele,Angelo, so wäre ich nie wieder nach Rom gekommen."