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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
Entstehung
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Zwölftes Kapitel.

Agrippa I. Herodes II.

Agrippas Charakter, Lebensgang und Stellung. Neid der griechischen Alexandrinergegen die Judäer. Judenfeindliche Literatur. Der Judenfeind Apion. Auf-stand der Griechen in Alexandrien gegen die Judäer. Der StatthalterFlaccus. Streit um die Gleichstellung der Judäer in Alexandrien. DrittesMakkabäerbuch. Judäische Gesandtschaft, Philo. Caligulas Benehmen gegendie judäische Gesandtschaft. Caligulas Befehl, sein Bildnis im Tempelaufzustellen. Caligulas Tod befreit die Judäer von ihrer Not. AgrippasMachtstellung unter Claudius. Seine Regierung. Gamaliel der ältere und seineVerordnungen. Die Literatur. Agrippas Tod. Die Landpfleger. Herodes ll.Der falsche Messias Theudas. Tiberius Alexander. Herodes II. Tod.

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Als der römische Kaiser Tiberius durch Ersticken getötet wordenwar und der Senat sich einen Augenblick dem süßen Traume hingab,die alte Freiheit wieder zu gewinnen, ahnte Rom nicht, daß ihm inJerusalem und der kaum noch fertigen christlichen Gemeinde ein Feindgeboren worden war, welcher einst sein Wesen zersetzen, seine Götterstürzen, seine Macht brechen und es selbst dem langsamen Hinsiechenund der völligen Auflösung znführen würde. Ein Gedanke, von einemSohne des Judentums erfaßt und ans Licht gesetzt, von einer ver-achteten Menschenklasse großgezogen, sollte Roms Machtsülle undHerrlichkeit in den Stand treten. Der dritte römische Kaiser, CajnsCalignla Germanicus, trug selbst dazu bei, das römische Götter-wesen, die Hauptstütze des Römerreiches, der Verachtung preiszugeben.Dem finsteren Menschenhaß war der Wahnsinn und die grausameFeigheit auf dem Thron der Cäsaren gefolgt. Keines der von denRömern unterjochten Völker empfand den Thronwechsel in Rom tieferals das judäische; jede Veränderung in den höchsten römischen Kreisenwirkte auf Judäa zuweilen günstig, meistenteils ungünstig ein. Dieerste Zeit nach Caligulas Regierungsantritt schien für Judäa einegünstige Wendung herbeifnhren zu wollen. Calignla überhäufte einender besseren judäischen Prinzen, Agrippa, mit Gunstbezengnngen,welche die Aussicht auf einige Erleichterung des römischen Druckeserhoffen ließen. Bald aber zeigte es sich, daß diese Gunstbezeugung,