Jesu Prozeß.
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und in welchem Sinne er es verstanden wissen wollte? Dazu brauchteman einen Verräter aus eben diesem Kreise, und dieser wurde inJudas Jskariot (Jschariot) gefunden, der, wie erzählt wird, vonHabgier ergriffen, denjenigen dem Gerichte überlieferte, den er bis dahinals Messias verehrt hatte. Eine Quelle, die ihrer ganzen Haltungnach alt und glaubwürdig erscheint, setzt es ins rechte Licht, wozudieser Verräter benutzt worden ist. Das Gericht brauchte, um Jesusals falschen Propheten oder als Volksverführer (L'Isssit) anklagen zukönnen, zwei Zeugen, die verfängliche Worte aus seinem Munde ver-nommen hätten. Der Verräter sollte ihn also znm Sprechen bewegen,damit die beiden Zeugen, welche in einem Verstecke auf jedes seinerWorte lauschten, es deutlich vernehmen könnten — ein Ausnahme-verfahren, welches wohl nur in diesem einzigen Falle vorgekommensein mag und später gegen Volksverführer zum Gesetze erhoben wurde
Sowohl Talmud Babli (8anlisäiin 67 a, in der unzensierten Amster-damer Ausgabe von 1615) wie Jeruschalmi (das. VII, 16 p 25 ck) geben an,daß dieses Verfahren, Zeugen im Verstecke zn halten, gegen Jesus angewendetwurde. Der elftere: irr ri>w 11,^11 niw uiwo frb ie>>' fri, der letztere: >e>p i-iiis>pri pi iwb mmwii omrn -ivrii rbp imrrm iibr xirnr pV Dis Identitätvon Jesus und niwo fr wird im Talmud ohne weiteres vorausgesetzt. DieBedeutung dos Wortes n-mr ist unklar: die Etymologie, welche der babylonischeTalmud a. a. O. und 8abbat 104 b. (in der unzensierten Ausgabe) von demWorte gibt, ist abenteuerlich. Wenn man bedenkt, daß Prozesse gegen Volks-versührer <iw::) selten oder gar nicht während des zweiten Tempels vor-gekommen sind, so wird man geneigt sein, die Halacha von dem Verfahrengegen solche in der angeführten Mischna als dem Prozesse Jesu entlehnt an-zunehmen. Die genannte Mischna und die Boraita dazu dürsten die einzigenauthentischen Quellen im Talmud über Jesus sein. Was anderweitig nochüber ihn ini Talmud tradiert wird, trägt einen durchaus sagenhaften Charakter.8anüe<Iiin 43 a wird erzählt, ein Herold habe vierzig Tage vor Jesu Hin-richtung verkündet, dieser sei zum Tode wegen Zauberei und Volksverführungverurteilt, damit Entlastungszeugen sich melden sollten: (io" >wb) rwi n2v niri
i:rii nr' NW! 1'bp PII'V vr 7- NH N'111 NW.-,! -fvrv b.rr'i .22',' M" LI' Ir
irr ripr ,11.21.1, NW! 1b M2,r 211 1-1P. Das klingt aber ungeschichtlich, daß mangegen den Usus vierzig Tage zwischen der Verurteilung und der Hinrichtunghabe verstreichen lassen. Noch sagenhufter klingt die Nachricht das. ll>7 b, daßJesus Josua ben Perachja (lebte zur Zeit Hyrkanos' I.) nach Ägypten begleitethabe und andere Ungereimtheiten, die daselbst von ihm erzählt werden. Vonderselben Art ist auch die Nachricht 8akbat a. a. O.: Jesus habe Zaubermittelaus Ägypten mitgebracht. Bemerkenswert ist nur, daß der Talmud wie MatthäusJesus in Ägypten weilen lassen. Von Jesu Jüngern, die der Talmud aufzählt(8anbeckrin 43 a): ,111.11 mri 121 mp: -2.1,0, sind nur der erste und letzte geschicht-lich, Matthäus und Thaddaios (oder Theudas): 121 ist ein Sektenname,Nazaräer; vir ist identisch mit p'i-r fr fvr'i^: (laanit, 20 a) und wohl auch mitdem nur im Johannes s3, 1 f.j 7, SO erwähnten Nikodemus, -2,rr ist ganzunbekannt, vielleicht eine Abkürzung von Ni kolaiten. Die Panthera-Sage