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Geschichte der Juden.
sie sich zurück"). Zedekia schien entschlossen, sich dem Sieger zu über-geben, und bat den Propheten, den Gegenstand der Unterhaltung denFürsten zu verschweigen, im Falle die Zusammenkunft des Königs ihnenverrathen werden sollte. Nichts desto weniger fehlte Zedekia der Muthzu diesem Schritte: er that nichts und ließ das Verhängniß an sichherankommen. Bis zuletzt war er nicht im Stande, seine angeboreneZaghaftigkeit zu überwinden. Das war der letzte König von David'sNachkommen.
Indessen raffte der Würgengel des Todes in dreifacher Gestalt dieBevölkerung hin; die Zahl der Krieger verminderte sich immer mehrbis zuletzt nur so wenige übrig geblieben waren, daß sie die Mauernnicht mehr vertheidigen konnten. Endlich schlug die letzte Stunde desFalles des auch von den Heiden für uneinnehmbar gehaltenen Jerusalem.Am neunten Tammus (Juni 586) gab es gar kein Brod mehr in derStadt, und in Folge dieser vollständigen Erschöpfung gelang es denChaldäern eine breite Bresche in die Mauer zu machen, durch die sie indie Stadt eindrangen. Nebukadnezar war nicht dabei anwesend; er weilteindessen in Ribla in Syrien, wahrscheinlich um von dort aus gegen daszu gleicher Zeit belagerte Tyrus zu operiren. Seine Feldherrn, welchedie Belagerung geleitet hatten, Nebusaradan, der Anführer der Leib-wache, und Nergal-Scharezer, der Aelteste der Magier, und andereszogen ungehindert bis in die Mitte Jerusalems ein und schlugen ihrZelt in dem Mittelthorc auf, welches die Unterstadt (NIIIü) mit demZion verband, um hier Gericht über die Bevölkerung zu halten. Diechaldäischen Krieger fanden wahrscheinlich keinen Widerstand, da dieBewohner durch Hunger und Schrecknisse gespensterähnlich sich kaumschleppen konnten. Sie ergossen sich daher ungehindert in alle Theileder Stadt, tödteteu Jünglinge und Männer, die ihnen widerstandsfähig
*) Das. 38, 14 fg. '.n mro irm 'rnbr-n noll scheint nicht richtig zu sein;denn um eine geheime Unterredung mit Jsremia zu haben, brauchte er sich nichtmit ihm vom Palast in den Tempel zu begeben (Vgl. auch Duhm z. St.f.
-) Die Namen der Chaldäischen Eroberer Jerusalems kommen nur Jeremia3V, 3 fg. vor, fehlen aber in den Parallelstellen das. 32 und Könige ll, 25.Die Namen sind auch verstümmelt, gesichert ist nur -r> oi irnir' auch 39, 13erwähnt. Hier wird aber zwischen Nebusaradan und Nergal-Scharezer einDritter genannt: c>'ir dafür steht V. 3 on mroir». Beide
Namen müssen sich also decken, und einer ist jedenfalls verstümmelt. Vor o'-rie?fehlt aber entschieden der Götzenname wp welcher irrthümlich zu gezogen
wurde. Der volle Name muß also lauten Da i und n ursprünglich
gleiche Figuren hatten, so bleibt die Wahl zwischen . . . irno: oder . . .
Von dem zweimal in V. 3 vorkommenden Namen ist einer gewiß
dittographirt und hinter fehlt der Würdennamen (Vgl. auch Duhm z. St.j.