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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Die Wundersagen der Prophetenschnlen.

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sonders dadurch verkehrte Vorstellungen genährt, daß sie Eliahu undElisa eine übermenschliche Höhe und fast magische Kraft verliehen haben.Wie einfach erscheint Mose, der größte Prophet neben ihnen! DieWunder, die in seiner Geschichte erzählt werden, haben sämnulich einenhöheren Zweck und greifen nur in den allerdringlichsten Fällen ein.Dagegen lassen die Erzählungen von Eliahn und Elisa sie gewisser-maßen spielend wie ein leichtes Tagewerk Wunder ohne besonderenAuftrag und um des geringfügigsten Zweckes willen verrichten. DieProphetenjünger aus Elisa's Schule haben des Guten zu viel gethan.Die Wnndererzählungen haben sie schriftlich abgefaßt und ihnen da-durch noch mehr Ansehen und Gewicht verschafft. Sie haben abernicht bloß ihre Vorgänger allzusehr verklärt und zu Wunderthäterngestempelt, sondern auch andere Persönlichkeiten aus der älteren is-raelitischen Geschichte, von denen nur schwache, dunkle und schwankendeErinnerungen überkommen waren, verherrlicht. Simson, diesen kecken,handfesten Richterhelden, der ohne Scheu Philistermädchen zu Frauenoder zu Beischläferinnen genommen hatte, machten die Erzählungen,welche aus der Mitte der Prophetenjünger hervorgegangen waren,zum Nasiräer, und nur als solcher habe er die erstaunlichen Thatenvollbringen können. Ein Nasiräer, der sein Haar niemals geschorenund keinen Wein getrunken, könne eben dadurch Wunderthäter werden*)-Das war die Vorstellungsweise dieses Kreises.

Indessen so sehr auch in beiden Reichen die gleiche Neigung vor-handen war, sich von Fremdem loszumachen und dem Eigenen treu zubleiben, so war der innere Gegensatz schon so sehr eingewurzelt, daßsie zum selben Ziele nicht einerlei Weg nnt einander gingen. Währendim Zehnstämmereich das Nasiräerleben gewissermaßen als die höchsteBlüthe des religiös-sittlichen Lebens bewundert und gepriesen wurde,standen die enthaltsamen, schwärmerischen Nasiräer in Inda und Jeru-

') Es ist nicht zu verkennen, daß die Relation von Simson zwei Bestand-teile hat, von denen der eine historisch und der andere sagenhaft ist. DerLetztere ist dadurch kenntlich, daß er einen Nachtrag bildet (Richter, o. 16);nachdem schon vorher der Abschluß angegeben ist (15, 20), wird die Dauer seinerThätigkeit nochmals wiederholt (16, 31). Zur sagenhaften Relation gehört auchdie Einleitung (Kap. 13, 2 fg.), in welcher Simson selbst insofern als Nasiräerdargestellt wird, daß sin Scheermesser niemals sein Haupt befahren habe (V. 5).Freilich scheut sich die Relation, den grellen Widerspruch mit der anderweitigenRelation zu begehen, Simsvn's Enthaltsamkeit von Wein und Unreinem hervor-zuheben; da es bekannt war, daß er sich mit Heidentöchtern verunreinigt hat,so wird das Verhältniß so dargestellt, daß seine Mutter sich des Weines undunreiner Speise enthalten habe. Es ist daher kein Zweifel, daß die zweite Partieaus dem Kreis der lebenslänglichen Nasiräer, d. h. aus Eliahu's und Elisa'sSchule, stammt.