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Geschichte der Juden.
die Maschinen eine enge Öffnung in die Mauer gebrochen, durch welcheeine Anzahl römischer Krieger in die Stadt eindrang. Die Belagertenzogen sich nach dem höher gelegenen Teile zurück, die Römer folgtenihnen auf dem Fuß nach, verwickelten sich in den engen Gäßchen undwurden von den Hansdächcrn angegriffen und znrückgeworfen. Da ver-suchten die Römer, von dem wütenden Angriffe bestürzt, sich auf dieDächer der niedriger gelegenen Häuser zu retten, aber diese hielten dieWucht nicht ans, stürzten zusammen und begruben einen Teil derrömischen Mannschaft unter ihren Trümmern. Die Gamalenser warfengroße Felsstücke, sozusagen die ganze eigene Stadt, den fliehendenFeinden auf die Köpfe, daß sie kaum den Rückzug antreten konnten.Es war ein schöner Tag für Gamala, ein Tag des Sieges (am Hütten-feste), aber er war um schweren Preis erkauft. Die Leichenhaufender Römer bedeckten viele gefallene judäische Kämpfer, deren Abgangnicht zu ersetzen war. Chares, einer der Anführer, lag tödlich ver-wundet. Tags darauf verleiteten die Römer die judäischen Krieger,einen Turm zu verteidigen, der von ihnen unterminiert war. Unterfürchterlichem Krachen stürzte der Turm zusammen und begrub denRest der Helden, darunter auch den letzten Anführer, Joseph, denSohn der Hebamme. An eine Fortsetzung der Verteidigung war nichtmehr zu denken. Die Römer rückten ein und erwürgten, was sie nochantrafen, an viertausend Menschen. Beinahe fünftausend gabensich selbst den Tod. Von der ganzen Bevölkerung Gamalas bliebennur zwei Mädchen am Leben, die sich einige Tage versteckt hielten. Dasie zu den Verwandten des Babyloniers Philipp gehörten, schenkteihnen der Sieger das Leben. Gamala fiel am 23. Tischri (October)beinahe ein Jahr nach Cestius' Niederlage.
Inzwischen war auch die Festung des Berges Tabor (Itab^rion)durch Placidus' Kriegslist eingenommen worden. Die Stadt Taborlag. auf einer gerade aufstrebenden Höhe, die sich aus der Ebene Jesreelfast 1600 Fuß von allen Seiten isoliert erhebt. Sie war durch dieseLage uneinnehmbar. Aber Placidus wußte die Verteidiger durch eineScheinflucht aus der Bergfestung zu locken, dann ließ er seine Reitereinmkehren und die Angreifer niedermacheu; die Übrigen, am Widerstandverzweifelnd, entflohen auf der entgegengesetzten Seite nach Jerusalem,und die schwache Bevölkerung ergab sich aus Mangel an Triukwasser ^).
Die kleine Stadt Gischala, die Johannes befehligte und die nurwenige Verteidiger zählte, von denen die meisten Ackerbauer waren,konnte sich nicht halten. Als Titus sich ihr mit einer großen Heeres-
r) Jüd. Krieg IV, t, 1—7; g—10.
2) Das. 1, 8.