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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

nach Jerusalem zu senden. An die größeren Gemeinden Tiberias,Sepphoris und Gabara ergingen Syuhedrialschreiben des Inhaltes,daß Josephus ein Feind des Vaterlandes sei, daß sie ihm keinenSchutz gewähren, vielmehr Johannes unterstützen sollten. Eine großeGefahr schwebte über Josephus' Haupte. Er entwickelte dabei abereine so tief angelegte Schlauheit und vielseitige Tätigkeit, daß er den gegenihn erlassenen Achtbefehl vereitelte. Er mochte einerseits das ihm lieb-gewonneue Amt nicht lassen und wollte sich anderseits dem Synhedrionnicht ungehorsam zeigen; daher nahm ec zu pfiffiger List seine Zuflucht.Sobald er von seinem Vater die feindliche Gesinnung des Synhedriongegen ihn erfahren hatte das Synhedrialmitglied Josua benGamala hatte es diesem verraten traf er Gegenanstalten. Er gabsich den Anschein, als sei er mit den Vorbereitungen zum Kriege gegendie Römer beschäftigt, die von Ptolema'is aus einen Einfall in Galiläabeabsichtigten, und gab den Synhedrialabgeordneten auf ihre Aufforde-rung. sich zu stellen, ausweichende Antworten, immer mit der Mieneder Resignation, als wenn er sein Amt gern niederlegen wollte. Vorallem gab er sich Mühe, die galiläische Menge gegen die Abgesandteneinzunehmen. Diese zogen daher von einer Stadt in die andere, ohnedas Ziel ihrer Sendung zu erreichen, und gerieten einigemale in dieGefahr, von Josephus' Anhängern, die dieser gegen sie aufgestachelt hatte,mißhandelt zu werden st.

Des langen Umherzichens müde, beschlossen die Abgeordneten aufJohannes' Rat, heimlich Sendboten in ganz Galiläa umherzusendenmit der Nachricht, daß Josephus in die Acht erklärt und jedermannentbunden sei, ihm zu gehorchen. Aber ein Verräter hinterbrachte ihmden Beschluß. Mit einer Rührigkeit, die einer bessern Sache würdiggewesen wäre, ließ nun Josephus von seinen Trabanten die Pässe be-setzen, die von Gabara, dem Aufenthaltsorte der Abgeordneten, nachden nächstgelegenen galiläischen Städten und nach Jerusalem führten,die Sendboten mit den Briefen aufgreifen und zu sich bringen. Dannließ er alle seine Anhänger aus den kleinen Städten und Dörfernunter Waffen treten und sich um ihn versammeln und stellte sich ihnenals auserlesenes Opfer einer teuflischen Bosheit dar. Durch solcheschlaue Vorspieglungen wurde die Menge gegen die Abgeordneten sosehr erbittert, daß sie dieselben, als sie ihrer ansichtig wurde, in Stückezerreiße» wollte, und Josephus konnte sich den Schein der Friedens-liebe und der Großmut geben, als er dem von ihm selbst herauf-beschworenen Sturme wieder Einhalt gebot. Um die öffentliche Meinung

st Vita 4045.