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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

und eigneten sich am besten zu Sendboten. Kaum bekehrt, warfen siesich ans die Bekehrung Anderer. Freilich vertrugen sich die Fremden nichtimmer mit den Einheimischen, beklagten sich öfter über Zurücksetzungund setzten es durch, daß auch aus ihrer Mitte sieben Verwalter fürdie gemeinsamen Mahlzeiten gewählt wurden *), damit sie nicht zukurz kämen. Es dauerte nicht lange, so waren die galiläischen, ebio-nitischen und essäischen Elemente in dieser Mischung von dem griechi-schen überwuchert.

Die griechisch redenden Judäer oder Hellenisten, welche die Ent-wicklung des Gesetzes in den Schulen Jerusalems nicht kannten undüberhaupt in der Gesetzeskunde unwissend Ware», mochten sich manchesVergehen gegen die Satzung unwissentlich oder auch geradezu, weil esihnen vernunftwidrig schien, haben zuschulden kommen lassen. Dabeiertappt und zur Rede gestellt, scheinen sie, rechthaberisch und streit-süchtig wie sie waren, ihre gesetzwidrigen Handlungen gerechtfertigtund mit ihrem Glauben an Jesu Messianität verteidigt zu haben, alswenn auch er sich über Satzungen hinweggesetzt hätte. In Jerusalemaber, das als heilige Stadt galt, wurde es mit jedem Branche undjeder Satzung höchst ernst genommen. Man begann Argwohn gegendie in Zungen redenden Nazaräer zu schöpfen, daß sie Neuerungeneinznführen und das Gesetz zu verhöhnen trachteten. Nicht bloß dieBehörden, sondern auch fromme Männer, welche in dem Bestehendendas Heil erblickten, begannen die Jesn-Anhänger zu beobachten undihre Äußerungen in den Synagogen, ans Märkten und Plätzen zu be-horchen. Am meisten fanatisch eingenommen gegen die nenerungs-süchtigen Nazaräer war Saulus ans Tarsus, da er ein eifrigerAnhänger der pharisäischen Lehre war und das Gesetz, das mündlichewie das schriftliche, im ganzen Umfange für unantastbar hielt"). Er,der griechisch sprach, war imstande, die Tragiveite der Äußerungen derjudäisch-christlichen Hellenisten in Jerusalem zu ermessen, und er warempört darüber. Einer dieser Griechen, Namens Stephanos, hattesich am meisten gehen lassen und rücksichtslos gegen die Heiligkeit desGesetzes und den Tempel gesprochen. Ihn scheint Saulus als Lästererangegeben zu haben, und Stephanos wurde es läßt sich nichtsagen, ob von einem Gerichtshöfe oder von der Menge gesteinigt^).Seit der Zeit wurden die Nazaräer noch mehr beargwöhnt und zur

U Apostelgesch. 6, I fg. 1. Galaterbrief I, II. Zu beachten ist da der

mit allem Zubehör. Vergl. Philipperbrief 3, 5.

") Aus Apostelgeschichte 7, 57; 8, l; 22, 2V geht hervor, daß Saulus-Paulus beim Tode Stephanos' beteiligt war. Da Stephanos ein Grieche war,