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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Das Buch der Weisheit.

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teilbaren Namen Gottes Holz und Stein beilegten. Nicht genug, daßsie in der Gotteserkenntnis irren, leben sie auch aus Unwissenheit imKriege mit einander und nennen doch diese Übel tiefen Frieden. Siebegehen kindesmörderische Bräuche, feiern dunkle Mysterien, haltenrasende Gelage und achten kein züchtiges Eheverhältnis. Einer lauertdeni Andern auf oder kränkt den Freund durch' Schändung des Ehe-bettes. Denn Alle ohne Unterschied sind sie besessen von Blut, Mord,Diebesgelüste, List, Verderbnis, Falschheit, Auflehnung und Meineid,Undankbarkeit, Verunreinigung der Seele, Verwechselung der Geburten,wildem Ehebruch und Schamlosigkeit. Denn die Verehrung wesenloserGötzen ist Anfang und Ursache und Ziel jedes Übels ^). Sie flehendas Schwache um Gesundheit, das Tote um Leben, das Hilflose umBeistand an?).

Gegen die Vergötterung der Kaiser, welche den Wahnwitz desHeidentums auf die Spitze trieb, eifert die Weisheit Salomos infolgender Wendung.Auch ich (Salomo), obwohl König, bin einsterblicher Mensch, allen Andern gleich, ein Sohn des erdgeborenenersten Menschen. Und im Mutterschoße bin ich in zehn Monaten ausFleisch gebildet worden, aus Blut geknetet. Auf die Welt gekommen,sog ich die gemeinsame Luft ein und weinte mit einer Allen ganzgleichen Stimme. Auch ein König hat keinen andern Anfang derGeburt. Alle haben denselben Eingang ins Leben und denselben Aus-gang"^). Der dichterisch und philosophisch gebildete Verfasser lebteunter dem Kaiser Caligula und spielt offenbar auf desieu wahnwitzigenBefehl an, ihn als Gott anzubeten.

Nachdem er das Heidentum solchergestalt abgefertigt hat, stelltder Verfasser die Grundanschauungen des Judentums zusammen. Esgibt keinen Gott, außer dem Einen, den die Judäer verehren, der dieWelt aus ungestalteter Formlosigkeit fl? lU?,?) erschaffen, sie

mit Gerechtigkeit regiert, Alles mit Maß und Zahl und Gewichtordnet und Maß mit Maß vergilt^). Von ihm stammt die wahreWeisheit, sie ist der Hanch seiner Allmacht, der fleckenlose Spiegelseiner Majestät, der Ausfluß seiner lautern Herrlichkeit, die Ausstrah-lung des ewigen Lichts, das Bild der göttlichen Güte. Obwohl dieWeisheit nur einzig ist, vermag sie Alles, geht in jedem Geschlechtein heilige Seelen ein und beschattet die Freunde Gottes und die Pro-pheten^). Den Menschen schuf Gott zur Unsterblichkeit und nach demBilde seines Wesens gestaltete er ihn^). Den Tod hat Gott nicht

i) Buch der Weisheit 14, 1227.

fl Das. 13, 18. fl Das. 7, 16. fl Das. II, 16-17; 20.

fl Das. 7, 22 ff. fl Das. 2, 23.