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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Entwickelung der religiösen Vorstellungen. 357

eine reine Vorstellung von der Erhabenheit Gottes und der würdigenArt seiner Verehrung: Einfalt des Wandels ;Nom äersob) ohneErwartung einer Belohnung sei das Erstrebenswerthe und Gott-gefällige; Gerechte, Einfache sNsmimim) seien die Lieblinge Gottes. Aber die Masse konnte den Begriff der Körperhaftigkeit vonGott nicht trennen, weil sie sich zur Klarheit des Gedankens vomreinen Geiste nicht aufschwingen konnte. Jhwh, der Gott Jsrael's,der Gott ihrer Väter, der soviel Wunder für das Volk gethan,dessen Heere er znm Siege geführt und es groß gemacht, war ihrwohl der höchste Gott; aber neben und unter ihm dachte sich die Massenoch andere Götter, denen sie mehr als eine Scheinexistenz beilegte.In der Gottheit selbst verehrte das Volk bis zur Zeit David's undSalomo's mehr die Allgewalt, womit sie die Frevler und Feindedes von ihm auserwählten Volkes zerschmettert, als die Allliebe,welche sich der Schwachen und Leidenden annimmt. Wohl brachschon die Anschauung durch, daß Gott deu Sünder nicht ganz ver-stoße, sondern ihm den Weg zur Rückkehr geöffnet habe'); aber imAllgemeinen wurde Jhwh als Gott des Eifers gedacht, welcher dieeinmal begangene Sünde nicht verzeihe. Sein Eifer wurde indeßvon seiner Gerechtigkeitsliebe abgeleitet, weil er als Richter der ganzenErde betrachtet wurde, der Gerechtigkeit übe, das Böse und dieGewalt hasse. Andererseits war indeß die Heiligkeit Gottes bereitsins Bewußtsein gedrungen, daß ihm das Niedrige, Gemeine, diethierische Unzucht und Ausschweifung ein Gräuel sei.

Ueberhaupt war die alte, aus der Zeit des Götzenthums stam-mende Vorstellung mit der neuen sinaitischen Lehre in steter Gährungund im Kampfe. Der Eid wurde selbstverständlich bei dem NamenJhwh geleistet, weil das Schwören und alles Anrufen Gottes, alsZeugen der Wahrheit oder des Vertrags, als eine feierliche und heiligeHandlung galt, die nur bei dem ureignen göttlichen Wesen geschehenmüsse. Nichts desto weniger wurde dabei das Symbol der Sieben-zahl vor Augen gelegt, undschwören" selbst fdise.btaboa) erinnerte andiese Zahl, weil nach altheidnischer Vorstellung jede Betheucrungbei den sieben Mächtigen iUakiren o. S. 93) zu geschehen pflegte^.

y Vergl. o. S. 267 Amncrk. 3 die Aeuszerung der Thekoerin.

2> Das Symbol der Zahl sieben kommt oft bei Eiden in der hebräischenLiteratur vor, vergl. auch Herodot III, 8. S2VN,sich siebncn" für schwören,stammt eher von den Kabiren, welche den sieben Wochentagen vorstehcn, als