Geschichte der Juden.
welche keine Quellen haben, versorgen ihr Trinkwaster durch denRegen, welcher in Cisternen, die in Felsen gehöhlt sind, gesammelt wird.
Durch die Bildung des Bodens und die reiche Bewässerungvom Hochgebirge des Libanon und Hermon (Antilibanon) mit ihren
Ausläufern, von den Quellen und dem zweimal reichlich fallendenRegen ist das Land größtentheils mit reicher Fruchtbarkeit gesegnet.Es war und ist zum Theil noch, so weit die Menschenhand sichrührt, ein Land, worin „Milch und Honig fließt", ein schönesLand „von Wasserbächen und Quellen, Seen, Thälern und Bergen,ein Land von Weizen, Gerste, Weinstöcken, Feigen, Granaten, einLand von Olivenöl und Dattelhonig, ein Land, das nicht durch dieAnhäufung von Vorräthen vor Noth geschützt zu werden braucht,dem Nichts fehlt, dessen Steine Eisen und dessen Berge Erzgewähren"). Ganz besonders sind die Ebenen außerordentlichfruchtbar und liefern dem Fleiße zwei Ernten im Jahre. Aberauch das nördlich von der Ebene Jesreel gelegene Land ist ergiebig;dort gab es in alter Zeit so viel Oelbänme, daß man davon sagte:„man taucht in Oel seinen Fuß" 2). Das Mittelland südlich von dergroßen Ebene, die Besitzung von Ephraim und Manasse, belohnte
die Mühe mit reichem Ertrage. Ueberall sprudeln Quellen ansdem Gestein, sammeln sich und erreichen die Kraft, Mühlen zu
treiben und selbstverständlich den Boden zu bewässern. Das Landder Söhne Josephs war ein gottgesegnetes:
„Bon der Frucht des Himmels von oben„Und der Fluth, die unten liegt,
„Von der Frucht der Reife der Sonne„Und der Frucht des Triebes des Mondes"
An den Berglehnen prangten einst blühende Gärten und Wein-berge mit schwellenden Trauben, und die Berge waren von Wäldernbeschattet 4) und zwar von Terebinthen, Eichen und Taxusbäumen, und
Deuteronom. 8, 7 fg.
2> Das. 33, 24.
»1 Das. 33, 13—16.
4) Gegenwärtig sind die meisten Berge Palästina's kahl, der Thabor undKarmel sind nur spärlich mit Wald bedeckt, und selbst die beiden Libanon sindstark gelichtet. In der biblischen Zeit war cs aber anders. Die Propheten undPsalmisten gebrauchen sehr oft Bilder von Wäldern. Waldthiere nrn innn oderns" nisnn sind stehende Ausdrücke, und eben so nvi Nirm, Waldhöhen. MehrerePlätze hatten ihren Namen von Wäldern: nnnp, vnwnnn Xid, beider Stadt