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daß Ihr cs bemerkcnswcrth findet, wenn ein Mädchen, welchesselbst ziemlich hübsch sepn mag, es nicht für nothwendig hält, daßihr Gatte denselben Vorzug, oder was Euch als ein Vorzug erscheint,besitze. Mir gilt das Acußere an einem Manne Nichts, voraus-gesetzt, daß sein Gesicht so ehrlich ist wie sein Herz."
„Ja, Ehrlichkeit ist ein großer Vorthcil ans die Länge; unddie es am ehesten vergessen am Anfang, lernen das oft am bestenam Ende. Aber doch, Judith, gibt es Mehrere, die ans den augen-blicklichen Gewinn eher sehen, als auf den Segen, der nachher erstkommt. Jenen halten sie für etwas Gewisses, und diesen für etwasUngewisses. Ich bin aber froh, daß Ihr die Sache im rechtenLicht anseht, und nicht in der Art, wie so Viele, die sich gerneselbst täuschen."
„Ich sehe sie so an, Wildtödter," versetzte das Mädchen mitNachdruck, immer noch mit dem Zartgefühl des Weibes zurück-bebend von einem unmittelbaren Anträge ihrer Hand, „und kannvon Grund meines Herzens versichern, daß ich lieber mein Glückeinem Manne anvertrauen würde, auf dessen Wahrhaftigkeit undGemüth mau sich verlassen kann, als einem falschzüngigen undfalschherzigcn Elenden, der Kisten voll Gold, nnd Häuser undLändereien hätte — ja, säße er selbst auf einem Thron!"
„Das sind wackre Worte, Jndith; es sind recht wackre Worte;aber meint Ihr, daß die Gefühle gleichen Schritt damit haltenwürden, wenn die Wahl wirklich vor Euch läge? Wenn ein mun-terer und galanter Herr in einem Scharlachrock auf der einen Seitestände, sein Kopf duftend wie der Fuß eines Hirsches, sein Ge-sicht glalt und blühend wie das Eurige, seine Hände so weiß undweich, als ob Gott nicht darüber ausgesprochen hätte, daß derMann im Schweiß seines Angesichts sein Brod essen soll, und seinSchritt so leicht, als Tanzmcister und ein leichtes Herz ihn nurimmer machen können; und auf der andern Seite stände Einer, derseine Tage in der freien Luft verlebt hat, bis seine Stirne so